Messungen im Nanoversum

17. Oktober 2006, 14:27
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Gerhard Dehm von der Montanuni Leoben er­hielt steirischen Nano­forschungspreis für Messungsarten bei Materialien unter 100 Nanometer

Graz - Die steirischen Nanoforschungspreise sind am Montagabend in der Universität Graz vergeben worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie "Grundlagenforschung" erhielt Gerhard Dehm von der Montanuni Leoben. Er und sein Team entwickelten Messmethoden für Materialien mit einer Stärke von weniger als 100 Nanometer. Weiters wurden Gregor Langer von AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, Jose Luis Garcia von Boehlerit GmbH & Co KG, Jürgen Lackner vom Joanneum Research sowie Eva Wallnöfer und Viktor Hacker von der TU Graz ausgezeichnet.

Das von Dehm geleitete Forscherteam am Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Department für Materialphysik an der Montanuni Leoben befasst sich mit der Veränderung mechanischer Eigenschaften von Materialien. Die Gruppe entwickelte Messmethoden für Materialien, die weniger als 100 Nanometer (ein Nanometer beschreibt den 50.000. Teil eines menschlichen Haares) stark sind. Darauf aufbauende Prüfverfahren erlauben es, Materialdefekte unter dem Elektronenmikroskop direkt während einer Belastung zu studieren.

Signale im Materie-unabhängigen System

In der Kategorie "Wirtschaftliche Anwendungen" wurden Gregor Langer von AT&S Austria bzw. Jose Luis Garcia von Boehlerit GmbH & Co KG mit dem je 7.500 Euro datierten Preis ausgezeichnet. Langer konnte die herkömmliche Übermittlung von elektrischen Signalen in den Kupferbahnen von Leiterplatten durch ein Materie-unabhängiges System - bestehend aus einem Lichtsignale sendenden Laserchip und einem Empfänger, der diese Signale wieder in Informationen rückverwandelt - ersetzen.

Über 90 Prozent der heute üblichen Multilayer-Beschichtungen verwenden eine mikrokristalline Titan-Carbonitrid-Keramik als eine Schicht, um den Hartmetallgrundkörper zu schützen. Garcia gelang es, durch eine neue, weltweit patentierte Herstellungsart eine Composit-Schicht zu erzeugen, die aus nanokristallinen Titannitrid- und Titancarbid-Kristallen besteht.

Beschichtung bei Zimmertemperatur

Lackner erhielt den 2.000 Euro-Preis der Kategorie "Nachwuchsförderung". Das Ziel seiner Habilitationsschrift war die Entwicklung eines bei Raumtemperatur - ohne Erwärmung des zu beschichtenden Teiles - arbeitenden, industriell einsetzbaren Vakuum-Beschichtungsverfahrens. So können auch weiche, bei niedrigen Temperaturen schmelzende Werkstoffe beschichtet werden.

Wallnöfer und Hacker vom Institut für Chemische Technologie anorganischer Stoffe der TU Graz erhielten den mit 4.000 Euro dotierten themenspezifischen Sonderförderungspreis. Sie entwickelten ein Verfahren zu Herstellung von Elektroden für Brennstoffzellen mit sehr hoher elektrischer Leitfähigkeit, verbesserten Oberflächen-Eigenschaften und einer höheren Korrosionsbeständigkeit. (APA)

  • Prof. Gerhard Dehm, Träger des steirischen Nanoforschungspreise 2006 in der Kategorie "Grundlagenforschung".
    foto: montanuniversität leoben

    Prof. Gerhard Dehm, Träger des steirischen Nanoforschungspreise 2006 in der Kategorie "Grundlagenforschung".

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