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Chorherr: "Wir sind in der Tat DER Antagonismus zur F. Drum gibt’s in nahezu allen Fragen eine völlig konträre Politik. Dieser Politik des Ressentiments muss der Boden entzogen werden und deshalb wir es auch kein 'geschlossenes' Aufreteten der Opposition geben."
derStandard.at: Sie präsentieren auf Ihrem Weblog Statistiken, wonach die Grünen in Wien in Bezirken mit mehr "Ausländern" (nicht österreichischen Staatsbürgern) beinahe mehr profitierten als die FPÖ. Was schließen Sie daraus?
Chorherr: In Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Bezirk mit dem höchsten "Ausländeranteil", liegen wir Grüne deutlich vor der FP. Ähnlich schauts in Hernals, Ottakring oder der Leopoldstadt aus. Dort, wo Menschen (In-wie Ausländer)Selbstbewusstsein und Perspektiven haben, und trotz widriger Umstände "nach oben" wollen, dort verfängt das Ressentiment nicht.
Drum sind Bildungsinvestitionen, gerade für weniger Privilegierte so ungeheuer wichtig. Nur wer sich "ausgegrenzt", und marginalisiert fühlt, geht jenen auf dem Leim, die "die Ausländer" als Sündenböcke präsentieren. Es geht nicht um Religion oder In-oder Ausländer, es ist ein Milieuproblem, früher hätte man Klassenproblem gesagt.
derStandard.at: Eine weitere Auswertung zeigt, dass die Grünen in Bezirken mit mehr Gemeindebauten schlechtere Ergebnisse einfuhren als die FPÖ. Sind die Grünen in diesen Gegenden zu wenig präsent?
Chorherr: Im "Gemeindebau" ist die Entsolidarisierung unserer Gesellschaft besonders brutal zu spüren. Hier herrscht besonders viel Perspektivenlosigkeit. Ohne hier ein Patentrezept zu haben: Die Kritik an alltäglichen Problemen dürfen wir in Zukunft nicht der F überlassen, aus Angst, Applaus von der falschen Seite zu bekommen. Nur weil sich jemand über seine lauten, "ausländischen" Nachbarn beschwert, ist er nicht deswegen ein Rassist. Zuhören ist da kein schlechter Anfang.
derStandard.at: Strache ist im Wahlkampf in der "Nachtschicht" aufgetreten, die Grünen bewegen sich wahlwerbend eher in Lokalen, die unter der Bildungselite als "angesagt" gelten. Ein Fehler? Agieren die Grünen zu "abgehoben"?
Chorherr: In Wien haben wir mehr als 17 Prozent bekommen, Strache weniger als 14.Trotzdem müssen wir besser werden. Die konkreten, auch persönlichen Vorteile unserer Programme vielleicht manchmal in einfacherer Sprache vorzubringen, ist sicher kein Fehler.
Stadtpolitik kann hier sehr konkret sein. Ein Beispiel für Favoriten: Die Anwohner/innen über das geplante Rieseneinkaufszentrum in Rothneusiedl informieren und gemeinsam mit ihnen dagegen auftreten. Gerade hier ist auch eine Abgrenzung gegen einer feudalen Stadt–SP wichtig. Solches halte ich für wirksamer, als sich in Lokalen anzubiedern.
derStandard.at: Die Grünen sind nun zum ersten Mal die stärkste Kraft in der Opposition. Sie vertreten bei vielen Themen aber eine völlig konträre Position zur FPÖ (und zum BZÖ) - siehe auch Grafik "Antagonismus: FPÖ und Grüne" auf Ihrem Weblog. Gehört ein geschlossenes Auftreten der Opposition gegen die wahrscheinliche rot-schwarze Regierung nun der Vergangenheit an?
Chorherr: Wir sind in der Tat DER Antagonismus zur F. Drum gibt’s in nahezu allen Fragen eine völlig konträre Politik. Dieser Politik des Ressentiments muss der Boden entzogen werden und deshalb wir es auch kein "geschlossenes" Aufreteten der Opposition geben. Im Gegenteil.
derStandard.at: Bei welchen Themen könnten Sie sich vorstellen, dass die Grünen mit der FPÖ (und dem BZÖ) gegen die Regierung auftritt?
Chorherr: Wir bleiben bei unseren Themen: Bildungsoffensive , Energiewende, Kampf gegen die Armut, eine rationale Integrationspolitik (die auch die Vorteile der Zuwanderung benennt). In diesen Bereichen werden wir Druck vor allem auf die SPÖ machen, und sie an ihre Wahlversprechen erinnern. Gemeinsam mit der rabiaten Rechten gibt’s gar nichts.
derStandard.at: Auf welche Rolle sollten sich die Grünen nun konzentrieren: Weitere Vorbereitung einer Regierungsbeteiligung oder Hardcore-Opposition? Ist beides zu vereinbaren?
Chorherr: Die Rolle scheint klar: Opposition gegenüber rot/schwarz, aber eine inhaltlich getragene. Und vielleicht wird das Parlament keine reine Abstimmungsmaschine der Regierung, sondern es gibt in einigen Bereichen Spielräume für Innovation. Gerade der Bildungs-und Energiebereich böte sich hier an.
Und wer weiss, wie lange dieses rot/schwarze Konstrukt hält.
... dass in viertel wo weniger auslaender leben die meisten rechtsextremen waehlerInnen wohnen ... siehe ost deutschland - dort is ja annaehrnd 0 auslaenderanteil ... und das zB rechte skins hauptsaechlich in/aus den reicheren vierteln in wien kommen (zu meiner zeit war es hietzing - wird sich nicht geaendert haben) is doch auch nicht neu ...
"In Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Bezirk mit dem höchsten "Ausländeranteil", liegen wir Grüne deutlich vor der FP"
bevor jetzt vielleicht als einwand kommt, das käme nur davon, weil die eingebürgerten migrantInnen grün gewählt hätten: grad im 15. wohnen einige leute aus meinem freundeskreis. allesamt leute aus ethnisch originär österreichischen familien. alle oder fast alle davon haben grün gewählt. und das u.a. auch eben wegen deren ansichten zur "ausländerthematik". so viel dazu. die fürchten sich wesentlich mehr vor'm strache als vor ihren ausländischen nachbarInnen.
"Ohne den Dichand würde sich das Ausländerproblem wahrscheinlich von selbst erübrigen."
Leider ist es neben anderen Ursachen auch diese Einstellung, die den Erfolg der rechtsextremen Hetzer überhaupt ermöglicht. Wenn die realen Probleme, die durch die relativ große Zahl an Einwanderern ausgelöst werden, und die auch auf zivilisierte Weise lösbar wären, systematisch ignoriert werden, dann bekommen eben die extremistischen Brüller Zulauf.
Gerade deshalb ist es notwendig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, welche Konsequenzen grüne Politik für die Menschen in diesem Land hat.
Energiepolitik: Sie reden von einer Energiewende und verhindern gleichzeitig Wasserkraftwerke.
Ausländerpolitik: Sie wollen schrankenlosen Zuzug und noch mehr Konkurrenz im CDE-Segment am Arbeitsmarkt
Bildungspolitik: Sie geben vor mehr Bildung zu wollen. In Wahrheit wollen sie eine Nivellierung nach unten, aber höhere Formalabschlüsse. Sie wollen weniger Leistung und unter diesen "gebildeten" Menschen Wähler akquirieren zu können.
Frauenpolitik: Quotenregelungen statt Qualifikation, keine Unterscheidung in den Bedürfnissen der Geschlechter.
Es geht auch ohne Grüne. Garantiert.
Das nenne ich fundierte Kritik! Ich helfe Ihnen noch ein bisschen:
Die Grünen wollen soziale Verelendung durch unbeschränkten Zugang zu allen Drogen.
Sie wollen den Benzinpreis auf 34 Euro pro Liter erhöhen.
Sie wollen nicht nur keine Autobahnen, sondern auch die bestehenden abreißen und in Kinderspielplätze verwandeln.
Sie wollen, dass alle Hunde Wiens genau IHNEN vor die Tür sch---- können.
Genau.
Prost! Ich bin sicher, eine Maß geht noch!
den erledigt in den nächsten jahren eh der sogenannte "freie markt". OPEC drosselt die förderung, weil der rohölpreis von 60 $/barrel "so niedrig" ist.
1999: unter 20 $
2002: zwischen 23 und 27 $
heuer: bereits um die 80 $
http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%... 3.96lpreis
in der 3sat-sendung nano war vor einigen wochen die rede, dass das weltweite fördermaximum zwischen 2015 und 2020 erreicht sein wird, pessimistische schätzungen gehen davon aus, dass das aber bereits innerhalb der nächsten 5 jahren sein kann.
http://www.3sat.de/3sat.php?... index.html
bis auf die grünen macht mir keine partei den eindruck, eine unabhängigkeit vom erdöl ernsthaft anzustreben.
Na bitte sehr, nehmen wir echte grüne Fakten her. Das Wortgebilde "geschlechtsspezifische Verkehrsplanung" war unter anderem ein Punkt im letzten Wiener Wahlprogramm der Grünen. Bitte um Erklärung: Meinen sie damit getrennte Ampeln für Leute mit oder ohne Zumpferl?
Ohne jetzt das konkrete Programm zu kennen, fallen mir gleich mehrere Punkte ein:
- Männer und Frauen haben ein verschiedenes Mobilitätsverhalten. Vor allem Mütter legen komplexere Wegeketten zurück als Männer und haben daher höhere Ansprüche an das Wegenetz.
- Der Motorisierungsgrad ist niedriger als bei Männern, entsprechend sollten die Prioritäten bei Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr liegen.
- Frauen bereiten vor allem Wege am Abend Angst. Durch entsprechende Gestaltung von Fußwegen, Haltestellen oder Garagen kann man dagegen wirken.
Wasserkraftwerke: Nur weil die Energie erneuerbar ist, ist sie deshalb nicht automatisch "gut". Grade das Thema muss man sich differenzierter betrachten als nur schwarz-weiss.
Ausländerpolitik: *Keiner* der maßgeblichen Personen bei den Grünen fordert den schrankenlosen Zuzzug. Wer das behauptet ist entweder nicht informiert oder lügt. Gerade das Punktebewertungssystem, dass die Grünen im Wahlkampf präsentiert haben, spricht doch wohl Bände.
Bildungspolitik: Wie kommen sie darauf?
Frauenpolitik: Quoten und Qualifikation schliessen sich nicht aus - außer man beschränkt sich auf das Lesen von Überschriften. Aber vielleicht informieren sie sich eingehender, bevor sie Halbwahrheiten verbreiten.
ad ausländerpolitik der grünen: da haben sie offensichtlich keine ahnung. im programm der grünen stehen wohlüberlegte schranken, in form eines punktesystems, bei dem besser ausgebildete menschen vorteile haben.
ad frauenpolitik: quotenregelungen sind auch in meinen augen keine gute lösung, im gegenteil. qualifizierte leute sollen 'höhere' positionen bekleiden - wurscht, ob manderl oder weiberl!
Quoten für Frauen: Niemand fordert, dass schlechter qualifizierte Mitarbeiter vorgezogen werden sollen.
Aber es ist immer noch häufig so, dass eine Frau schon deutlich besser qualifiziert sein muss, um einen Mann auszustechen.
Deshalb: Bei zumindest gleicher Qualifikation ist die Frau vorzuziehen.
Keine Sorge: Die Personalchefs dieser Welt finden schon einen Weg, um eine Bewerbering bei Bedarf als knapp aber doch schlechter qualifiziert darzustellen.
Na mal sorry, aber von den Grünen gabs noch niemals 100%ge Unterstützung für starke Gewerkschaften noch eine klare Unterstützung österreichischer Arbeitslosen vor Ausländern, die reingeholt werden.
Also von der Arbeitsmarktpolitik her einfach zum Vergessen.
Und nochmal zu den Gewerkschaften: viele Grüne sind geradezu gewerkschaftfeindlich, weil sie sich zu fein sind um nah am "dreck-arbeitenden Pöbel" zu sein. Die Grünen sind für Mehrbessere und Haberer, war so, wird so bleiben.
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