Kriminalität an Wiener Schulen stagniert

10. Oktober 2006, 19:59
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Auch Gewaltdelikte haben nicht zugenommen - Keine Hotspots der Jugendkriminalität - Die meisten Delikte passieren in der Nähe von Einkaufszentren

Die Zahl der an den Wiener Schulen verzeichneten kriminellen Delikte liegt heuer im Trend der vergangenen Jahre. Das zeigen Zahlen aus den ersten drei Quartalen 2006. Schulen zählen außerdem nicht zu den Hotspots der Jugendkriminalität, die sich vor allem in und um große Einkaufszentren konzentriert, betonte der Leiter der vor kurzem gegründeten Einsatzgruppe zur Bekämpfung von Jugendbanden, Robert Klug, gegenüber der APA. Klug referierte am Dienstag beim Symposium "gewalttätig" des Pädagogischen Instituts der Stadt Wien.

"Dichteanalyse"

Laut einer "Dichteanalyse" der Polizei passieren die meisten Delikte mit Tätern unter 21 Jahren in der Nähe von Einkaufszentren wie Lugner City, Millennium City, Donauzentrum oder im Umfeld großer Geschäftsstraßen wie der Mariahilfer Straße, v.a. im Bereich des Westbahnhofs, oder der Fußgängerzone Favoritenstraße beim Reumannplatz. An den Schulen sei die Zahl der verübten Delikte "mit Sicherheit nicht dramatisch", so Klug. Die Kriminalität an Schulen sei jedenfalls nicht so groß, dass sie in dieser Dichteanalyse auffallen würde.

200 Körperverletzungen an Wiener Schulen

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2006 wurden an Wiener Schulen 2.400 Fakten registriert, davon 1.600 Diebstähle bzw. Einbrüche in Spinde. Im Gewaltbereich wurden 200 Körperverletzungen verzeichnet, dazu kommen noch elf schwere Körperverletzungen. Dies entspricht ziemlich genau den Vorjahreszahlen.

Insgesamt sei die Kriminalität an Wiener Schulen stagnierend, meinte Klug. "Ich würde nicht sagen, dass wir ein wirkliches Problem haben. Natürlich wäre es aber besser, wenn die Kriminalität zurückgedrängt würde."

"Zweckgemeinschaften"

Die ethnisch orientierten klassischen Jugendbanden gibt es laut Klug in Wien nicht mehr. Die derzeitigen Zusammenschlüsse seien eher "Zweckgemeinschaften" in dem Sinne, dass man in der Gruppe eben stärker sei - ein Problem seien etwa die so verübten Handy-Raube. Natürlich werde ein türkischer Jugendlicher bei einer Rauferei zwischen einem anderen Türken und einem Dritten eher seinem Landsmann helfen - dies geschehe aber nicht organisiert, meinte Klug. (APA)

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