Streiff rechnet nach Rücktritt mit EADS ab

25. Oktober 2006, 18:54
posten

Zurückgetretener Airbus-Chef sieht Beziehung zwischen Mutterkonzern und Tochter als Hauptgrund für die Probleme

München - Der zurückgetretene Airbus-Chef Christian Streiff hat den Mutterkonzern EADS heftig attackiert. Die Führungsstruktur von EADS habe seine Sanierungspläne zum Scheitern verurteilt, begründete der Franzose in der Pariser Tageszeitung "Le Figaro" (Dienstagausgabe) seinen Rückzug nach nur 100 Tagen auf dem Chefsessel von Airbus. "Airbus sollte sich selbst steuern und nicht von EADS geführt werden", sagte er.

Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter seien der Hauptgrund für die Probleme bei dem Flugzeugbauer. Es sei wichtiger, Airbus zu einem integrierten europäischen Unternehmen zu machen als es mit EADS zusammenzuführen. Künftig soll EADS-Co-Chef Louis Gallois neben dem Amt bei der Mutter auch den Chefposten bei Airbus besetzen.

Offenbar war das Hamburger Airbus-Werk der Auslöser für das Zerwürfnis zwischen Streiff und EADS. "Das Werk Hamburg ist das schwächste Glied in der A380-Produktion", sagte Streiff der Zeitung. EADS-Co-Chef Tom Enders war in der vergangenen Woche Befürchtungen entgegen getreten, in Hamburg könnte es im Zuge der Airbus-Umstrukturierung zu einem größeren Stellenabbau kommen. Enders sagte, der Konzern werde an dem Standort festhalten. (APA/Reuters)

Share if you care.