Regierungstruppen greifen Islamisten an

21. Oktober 2006, 15:12
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Stadt Buur Hakaba soll mit Hilfe von äthiopischen Soldaten eingenommen worden sein

Mogadischu - Somalische Regierungstruppen haben offenbar zum ersten Mal seit Monaten Islamisten zurückgedrängt. Wie am Montag aus muslimischen Kreisen verlautete, eroberten die Truppen der vom Westen unterstützten Übergangsregierung eine von den Islamisten besetzte Stadt. Diese kontrollieren seit Juni Mogadischu und Gebiete im Südens des Landes.

"Das ist der Anfang eines Krieges zwischen uns und der Regierung", hieß es in den Kreisen. Die Regierungstruppen hätten Buur Hakaba mit Hilfe von äthiopischen Soldaten eingenommen. Diese haben nach Zeugenaussagen in den vergangenen Wochen die Grenze überquert, um die somalische Regierung zu stärken. Äthiopiens verfeindetes Nachbarland Eritrea soll dagegen die Islamisten unterstützen. Diplomaten befürchten, dass sich die somalische Krise zu einem regionalen Krieg ausweiten könnte.

Unklar blieb zunächst, ob es bei der Übernahme zu Kämpfen gekommen war. Während radikale Muslime von vereinzelten Gefechten berichtete, zogen sich die Islamisten einem somalischen Journalisten zufolge kampflos nach Mogadischu zurück. Buur Hakaba liegt zwischen Mogadischu und der Provinzstadt Baidoa, die temporärer Sitz der Regierung ist. Die Übergangsregierung von Präsident Abdullahi Yusuf wurde 2004 mit internationaler Unterstützung gebildet und soll die zentrale Ordnung wieder herzustellen. Die Islamisten wollen eigenen Angaben zufolge die Scharia, das islamische Recht, einführen. (APA/Reuters)

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