Staunen über Salzburg und die Liga

10. Oktober 2006, 17:01
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Ausraster, Anzeige: Divis droht eine Sperre

Salzburg/Linz - Unglaublich, was im Eishockey alles gespielt wird. Zunächst konnte man Reinhard Divis bestaunen. Salzburgs Goalie schlug am Freitag Christian Perthaler (Linz), nachdem ihn der bezwungen und der Referee sich abgewandt hatte, hart und unvermittelt ins Gesicht. Perthaler bangt um zwei Zähne.

Dann wunderte man sich darüber, dass der Strafsenat der Erste Bank Liga (EBEL) ohne Vorliegen einer Anzeige von sich aus nicht einschreiten konnte, weil sich genau darauf im Sommer die Vereine verständigt hatten. Nebenbei wundert man sich über Red Bulls Salzburg, zu deren Image es so gar nicht passt, dass Divis für eine landesweit im ORF zu sehende Aktion nicht einmal abgemahnt wird.

Verständlich kommt einem in dieser Causa allein Linz-Präsident Wilfrid Wetzl vor. Er hat "natürlich" Anzeige beim Strafsenat erstattet, fordert für Divis eine "längere Sperre". Wetzl betont auch, dass ein Linzer Crack nach einer solchen Aktion sofort eine Geldstrafe ("1000 Euro Gehaltsabzug") erhalten würde. Der NHL-erprobte Divis habe "vielleicht geglaubt, er kehrt in eine Pimperlliga zurück und kriegt kein Tor mehr".

Der Strafsenat unter Vorsitz von Arnulf Komposch urteilt heute, Dienstag. Divis droht eine Sperre von mehreren Spielen, er dürfte Salzburg schon heute daheim gegen die Vienna Capitals fehlen.

Aber nur einmal angenommen, die Meisterschaft ist fortgeschritten, und Linz streitet mit den Caps ums Playoff. Frage: Nimmt Linz dann von der Anzeige gegen Divis Abstand, um Salzburg nicht zu schwächen? Es wär' zumindest nicht verwunderlich. (Fritz Neumann, DER STANDARD, Printausgabe 10. September 2006)

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