Art Cologne springt in den Frühling

9. Oktober 2006, 17:12
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Zum letzten Mal findet die Messe in zeitlicher Nähe zur hippen, britischen Kunstmesse "Frieze Art Fair" statt

Wien - Zum letzten Mal finden zwei der wichtigsten Kunstmessen unmittelbar aufeinander folgend im Herbst statt: zunächst die vierte Ausgabe der "Frieze Art Fair", die bereits zur Trend gebenden Institution der Kunstszene wurde. Sie bietet vom 12. bis 15. Oktober in London rund 150 Galerien (sieben aus Österreich) eine Plattform für zeitgenössische Kunst. Kurz darauf öffnet die vierzigste Ausgabe der arrivierten "Art Cologne" von 1. bis 5. November in Köln ihre Pforten. Mit 180 Galerien (16 aus Österreich) gibt es dort um ein Drittel weniger als bisher. Wegen der Konkurrenz der hippen, britischen Kunstmesse weicht die große Schau künftig in den Frühling aus.

Sieben österreichische Galerien in London

Trotz vieler Bewerber wurde die Zahl der Aussteller auf der "Frieze Art Fair" diesmal mit 152 leicht reduziert, um zu großes Gedränge zu vermeiden. Erwartet werden im Regent's Park mindestens so viele Besucher wie im Vorjahr, also an die 47.000. Die Liste der Galerien setzt sich aus etablierten und unbekannten Namen zusammen, wobei die meisten aus Großbritannien kommen. Galerien aus 17 weiteren Ländern, darunter Japan, Brasilien, Libanon, Russland und Israel, unterstreichen das internationale Flair. Einige nicht-kommerzielle Stände sollen zudem auf "neue Territorien" aufmerksam machen wie in diesem Jahr auf China, Ägypten und Slowenien.

Insgesamt werden an die 1.000 Künstler präsentiert, darunter Stephan Balkenhol, John Bock, Tony Cragg, Martin Creed, Liam Gillick, Albert Oehlen, Thomas Schütte, Richard Prince, Ugo Rondinone, und auch Andy Warhol. Folgende österreichischen Galerien verzichten heuer auf die "Art Cologne" und entschieden sich für die "Frieze Art Fair": Martin Janda, Georg Kargl, Ursula Krinzinger, Krobath Wimmer, Thaddaeus Ropac und Gabriele Senn. Meyer Kainer ist in London und auf der "Open Space" in Köln dabei. Vielfältig ist auch das Rahmenprogramm der "Frieze Art Fair" mit einer Installation von Mike Nelson, Kurzfilmen, oder einem Vortrag des französischen Starphilosophen Jean Baudrillard.

Schlanke Art Cologne

Deutlich schlanker präsentiert sich die "Art Cologne" zum vierzigsten Jubiläum. Waren es im Vorjahr noch ca. 270 Aussteller, so wurde die Zahl heuer auf ca. 180 aus 28 Ländern zur "Qualitätsoptimierung" reduziert, wie es heißt. Ausgebaut wird dafür der letztes Jahr erstmals geschaffene "Open Space", ein Ausstellungsbereich zur individuellen, und nicht-kommerziellen Präsentation junger Kunst, der nicht in die üblichen Kojen aufgeteilt ist. 40 Galerien zeigen ihre jungen Schützlinge. Aus Österreich beteiligen sich dabei die Galerien Hohenlohe, Andreas Huber, Krinzinger, Kunstbüro, Meyer Kainer, nächst St. Stephan, Elisabeth und Klaus Thoman.

16 österreichische Galerien in Köln

Bei der "Art Cologne" sind aus Österreich 16 Galerien vertreten, u.a. die Galerien Charim, Johannes Faber, lukasfeichtner galerie, Ernst Hilger, Hohenlohe, Insam, König, nächst St. Stephan und Steinek. Doubletten mit der "Frieze Art Fair" gibt keine. Auch in Köln bietet man ein hochkarätiges Rahmenprogramm, etwa die Vergabe des Art Cologne-Preises 2006 in der Höhe von 10.000 Euro an den Galeristen Rudolf Zwirner, oder die erstmalige Vergabe des Art Cologne-Preises für Kunstkritik in der Höhe von 5.000 Euro, oder dem Symposium "Kunst und Investition - wo liegt der Gewinn". Insgesamt hofft man wieder auf 70.000 Besucher.

Bis zur 41. Ausgabe der "Art Cologne" dauert es gerade ein halbes Jahr, sie findet von 18. bis 22. April statt. Basis dieser Entscheidung sei eine im vergangenen April durchgeführte Umfrage unter Galeristen, die sich wegen veränderten Kaufverhaltens der Sammler für eine Verlegung aussprachen. So heißt es auf der Homepage der "Art Cologne". Insider machen allerdings die boomende "Frieze Art Fair" dafür verantwortlich. Die "Mutter" der Kunstmesse, das Frieze-Magazin, ist übrigens auf einem Stand der "Art Cologne" vertreten. (APA)

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