Die Wahlkartenstimmen im Detail

10. Oktober 2006, 14:26
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Ergebnis der Wahlkarten aus fremden Wahlkreisen und aus dem Ausland mit Details aus den Bundesländern im Überblick

Wien - Das Ergebnis der für die Nationalratswahl am 1. Oktober per Wahlkarte in fremden Wahlkreisen bzw. aus dem Ausland abgegebenen Stimmen. Die Grünen haben durch die Wahlkarten-Stimmen gegenüber dem vorläufigen Endergebnis ohne Wahlkarten vom Wahl-Sonntag die FPÖ überholt und ein Mandat auf 21 dazugewonnen, das BZÖ hat eines verloren und hat nun 7. Die SPÖ blieb bei 68, die ÖVP bei 66 und die FPÖ bei 21 Mandaten.
                   Stimmen    Prozent

ABG 260.067 GÜL 257.259 =================================== SPÖ 74.557 28,98 ÖVP 93.306 36,27 FPÖ 20.285 7,89 GRÜNE 53.313 20,72 BZÖ 6.811 2,65 MARTIN 4.275 1,66 KPÖ 2.525 0,98 NFÖ 498 0,19 IVE 20 0,01 STARK 8 0,00 SAU 47 0,02 SLP 120 0,05

Wien: Wahlkarten bescherten ÖVP ein zusätzliches Mandat

In Wien hat von der Auszählung der Wahlkarten für die Nationalratswahl vor allem die ÖVP profitiert. Sie hat ein Mandat dazugewonnen und verfügt nun über sieben Mandate. Dieses wurde im Landeswahlkreis - also im zweiten Ermittlungsverfahren - vergeben. Auch in Sachen Stimmanteil konnte die Volkspartei durch die Wahlkarten am meisten zulegen, und zwar von 20,81 auf 21,83 Prozent.

Eine Verschiebung bei den Plätzen gab es in Wien erwartungsgemäß nicht. Die mit Abstand stimmenstärkste Partei ist die SPÖ. Ihr Anteil reduzierte sich durch die Auszählung der Wahlkarten leicht, und zwar von 41,77 auf 41,04 Prozent. Moderat die Steigerung bei den Grünen, die auf dem dritten Platz liegen: 17,38 Prozent statt den 17,05 Prozent vom Wahlabend.

Die FPÖ liegt nach Auszählung der Wahlkarten bei 13,86 Prozent statt wie bisher bei 14,36 Prozent. Das BZÖ kommt im vorläufigen Endergebnis mit Wahlkarten auf 1,82 Prozent, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Wahlsonntags-Ergebnis (1,86 Prozent) darstellt.

Laut der für Wahlen zuständigen Stadträtin Sonja Wehsely (S) wurden in Wien insgesamt 817.792 Stimmen abgegeben, davon 9.221 ungültig. Die Anzahl der ausgegebenen Wahlkarten betrug 108.963. Bis zum Ende der Rücklauffrist am Montag langten 80.952 Wahlkarten bei der Wahlabteilung MA 62 ein. Die Wahlbeteiligung erhöhte sich durch die Wahlkarten auf 72,35 Prozent.

In Wien sind 33 der insgesamt 183 Nationalratsmandate zu vergeben. Die Mandatszuteilung erfolgt in drei Ermittlungsverfahren, wobei auf Landesebene das erste und das zweite Ermittlungsverfahren abzuwickeln sind. 29 Mandate wurden auf Wiener Landesebene vergeben, 4 wandern auf die Bundesebene. Die Mandatsverteilung sieht nun so aus: SPÖ 13 (minus 1 im Vergleich zu 2002), ÖVP 7 (minus 3), Grüne 5 (plus 1), FPÖ 4 (plus 2).

Das vorläufige Endergebnis mit Wahlkarten lautet in Wien: SPÖ 41,04 Prozent (minus 2,73 Prozentpunkte im Vergleich zu 2002), ÖVP 21,83 (minus 8,82), Grüne 17,38 (plus 2,25), FPÖ 13,86 (plus 5,90), BZÖ 1,82.

Grüne legten im Burgenland noch zu

Im Burgenland blieb die Auszählung der Wahlkarten ohne großen Auswirkungen auf das Ergebnis der Nationalratswahl. Verschiebungen gab es lediglich im Bereich von Zehntel- und Hundertstelprozentpunkten. An der Mandatsverteilung hat sich erwartungsgemäß nichts verändert: Es bleibt bei je zwei Direktmandaten für SPÖ und ÖVP in den beiden Regionalwahlkreisen (1A und 1B) sowie einem Landeslistenmandat für die SPÖ.

Nach Auszählung der Wahlkarten erreicht die ÖVP im Gesamtergebnis der Nationalratswahl 2006 36,05 Prozent (2002: 42,41 Prozent; -6,36 Prozentpunkte). Die SPÖ kommt auf 44,99 Prozent (2002: 45,82 Prozent; -0,83 Prozentpunkte). Auf die FPÖ entfallen 8,65 Prozent der Stimmen (2002: 6,36 Prozent; +2,29 Prozentpunkte). Die Grünen kommen auf 5,81 Prozent (2002: 4,71; +1,10 Prozentpunkte), für das BZÖ votierten 1,72 Prozent. Die KPÖ erreichte im Burgenland 0,51 Prozent die Stimmen (2002: 0,25 Prozent; +0,26 Prozentpunkte). Für die Initiative 2000 stimmten 0,31 Prozent, für die Liste Martin (MATIN) 1,95 Prozent.

Die Grünen verzeichneten nach Auszählung der Wahlkarten mit einem Plus von 0,32 Prozentpunkten gegenüber dem vorläufigen Endergebnis vom Wahltag den verhältnismäßig größten Zuwachs. Die ÖVP verlor 0,02 Prozentpunkte, der Stimmenanteil der SPÖ verringerte sich noch um 0,27 Prozentpunkte. Geringe Verluste gab es bedingt durch die Wahlkarten auch für die FPÖ (-0,03 Prozentpunkte) und das BZÖ (-0,01 Prozentpunkte). Die KPÖ erreichte mit +0,01 Prozentpunkten einen hauchdünnen Zuwachs. Beim Prozentanteil für die Initiative 2000 (0,31 Prozent) und die Liste von Hans Peter Martin (1,95 Prozent) kam es zu keinen Veränderungen.

Im Burgenland wurden insgesamt 6.055 Wahlkarten ausgezählt, davon entfielen 2.108 Stimmen auf die ÖVP und 2.180 auf die SPÖ. Für die FPÖ wurden 468 Wahlkarten-Stimmen abgegeben, die Grünen erreichten 935 (BZÖ: 77, KPÖ: 41, Initiative 2000: 20, Liste Martin: 110).

Vorarlberger Grüne profitieren von Wahlkarten

Die Auszählung der Wahlkarten hat das Wahlergebnis in Vorarlberg noch ein wenig zu Gunsten der Grünen verändert. Als "Wahlkartensieger" legten sie noch einmal um knapp 0,9 Prozentpunkte zu. Einbußen von jeweils 0,3 Prozentpunkten mussten die Freiheitlichen und die Sozialdemokraten hinnehmen. Praktisch unverändert blieb das Wahlergebnis der ÖVP. An der Reihenfolge der Parteien und der erreichten Mandate änderte sich nichts.

Insgesamt wurden in Vorarlberg 8.984 Wahlkarten abgegeben, davon 3.280 aus dem Ausland. Die prozentuellen Veränderungen der Parteien im Vergleich zum vorläufigen Endergebnis im Detail: ÖVP: -0,07, SPÖ: -0,28, FPÖ: -0,31, Grüne: +0,88, BZÖ: -0,09, Martin: -0,13.

Laut dem endgültigen Endergebnis musste die ÖVP mit 42,01 Prozent ein Minus von 7,21 Prozentpunkten im Vergleich mit der Nationalratswahl 2002 hinnehmen. Die SPÖ kam als zweitstärkste Partei auf 18,51 Prozent (2002: 20,06), die Grünen erreichten mit 16,45 Prozent (14,53) um fast zwei Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Demgegenüber büßte die FPÖ mit 10,92 Prozent (12,99 Prozent) zwei Prozentpunkte ein. Das BZÖ wurde von 3,21 Prozent, die Liste Martin von 7,71 Prozent der Stimmberechtigten gewählt.

Bei den Mandaten ergaben sich durch die Auszählung der Wahlkarten keine Veränderungen mehr. Die Vorarlberger ÖVP entsendet weiter drei Mandatare in den Nationalrat, und zwar wie vor vier Jahren Karlheinz Kopf, Anna Franz und Norbert Sieber. Allerdings ging ein Direktmandat verloren, das aber über ein Landesmandat aufgefangen wurde. Für die SPÖ zieht Elmar Mayer ins Parlament ein, die Interessen der Grünen wird erneut Sabine Mandak vertreten. Beide Fraktionen erzielten ein Landesmandat, der FPÖ gelang dies im Gegensatz zu vor vier Jahren nicht. Die Wahlzahl belief sich in Vorarlberg auf 21.746.

Die Wahlbeteiligung betrug in Vorarlberg lediglich 70,04 Prozent (2002: 84,17). Dennoch lag die Wahlbeteiligung deutlich höher als bei der Landtagswahl vor zwei Jahren (60,64 Prozent).

Grüne legen in Tirol weiter zu, die anderen bauen ab

Die Grünen haben in Tirol mit den Wahlkarten als einzige Partei zugelegt und den Vorsprung gegenüber der FPÖ dadurch weiter ausgebaut. An der Spitze änderte sich kaum noch etwas. Die ÖVP büßte minimal ein, bleibt aber klar stärkste Kraft, die SPÖ verlor ebenfalls ein wenig und ist Zweite.

Die Ergebnisse im Detail. Die Volkspartei holte 43,84 Prozent (ohne Wahlkarten 43,87), die SPÖ 23,17 Prozent (23,41), für die Grünen stimmten 12,97 Prozent (12,38), die FPÖ erhielt 10,83 Prozent (11,04), das BZÖ schaffte 3,27 Prozent (3,33). Von den nicht im Nationalrat vertretenen Parteien schlug sich die Liste Martin mit 4,13 Prozent (4,18) am Besten, die Liste Neutrales Freies Österreich erhielt 1,04 Prozent (1,05) der abgegebenen Stimmen, die KPÖ 0,75 Prozent (0,75).

Im Vergleich zur letzten Wahl hat die ÖVP 8,03 Prozentpunkte eingebüßt, die SPÖ 1,29 Prozentpunkte. Für die Grünen ergab sich ein Zugewinn von 1,34 Prozentpunkten, für die FPÖ von 0,86 Prozentpunkten. Die KPÖ gewann 0,19 Prozentpunkte dazu, die anderen Listen hatten 2002 nicht kandidiert.

An Mandaten erhält die ÖVP aus Tirol sechs, die SPÖ drei, Grüne und FPÖ jeweils eines. Ebenso hatte es schon am Wahlabend ausgesehen.

Nur geringfügige Änderungen in Oberösterreich

Die Auszählung der Wahlkarten hat nur zu geringfügigen Änderungen beim Ergebnis der Nationalratswahl in Oberösterreich geführt. Sowohl die Reihenfolge der Parteien als auch die Mandatsverteilung blieben gleich.

Die SPÖ blieb auf dem ersten Platz und büßte leicht im Stimmenanteil - von 36,53 auf 36,13 Prozent - ein. Die ÖVP legte leicht von 35,15 auf 35,20 Prozent zu. Der Stimmenanteil der Grünen stieg von 9,63 auf 10,24 Prozent. Sie liegen damit weiter hinter der FPÖ, die von 12,43 auf 12,22 Prozent etwas verlor.

Das BZÖ kam auf 2,62 nach 2,65 Prozent, die KPÖ auf 0,82 nach 0,81 Prozent. Auf die Liste Martin entfielen inklusive der Wahlkarten 2,77 nach 2,80 Prozent am Wahlsonntag.

Die Zahl der Mandate blieb nach Auskunft des Landes unverändert: Die SPÖ kam auch nach Auszählung der Wahlkarten wie die ÖVP auf elf Mandate, die FPÖ und die Grünen erreichten jeweils drei Mandate.

Wahlkarten in Niederösterreich ohne große Auswirkungen

Keine großen Auswirkungen hatte die Auszählung der Wahlkarten auf das Nationalratswahl-Ergebnis in Niederösterreich. Mandate und Reihenfolgen blieben gleich, nur die Stimmenanteile veränderten sich geringfügig - und zwar im bekannten Muster.

Die SPÖ verlor wie üblich leicht im Stimmenanteil: Statt 36,42 Prozent am Wahlsonntag kommt sie im Endergebnis inkl. Wahlkarten auf 36,16 Prozent. Die ÖVP legte hingegen etwas zu, von erst 39,19 auf jetzt 39,22 Prozent.

Die Grünen legten durch die Wahlkarten zwar am stärksten zu - von 8,64 auf 8,99 Prozent. Das reichte aber bei weitem nicht, in Niederösterreich wieder - wie 2002 - drittstärkste zu werden. Auf diesem Platz blieb die FPÖ, obwohl sie durch die Wahlkarten etwas an Stimmenanteil verlor, von 9,74 auf 9,64 Prozent. Wie schon früher immer die FPÖ schlugen die Wahlkarten auch beim BZÖ negativ zu Buche: Sie liegen jetzt bei 2,26 Prozent, nach 2,28 am Wahlsonntag.

Nach wie vor werden aus Niederösterreich 33 Abgeordnete in den Nationalrat entsandt, 14 von der ÖVP, 13 von der SPÖ und je drei von FPÖ und Grünen.

Steiermark: Grüne trotz Wahlkartenstimmen auf Rang vier

In der Steiermark ist nun doch die ÖVP die stärkste Partei, wenn auch mit fast dem gleichen hauchdünnen Vorsprung wie noch vor einer Woche am Wahlabend die Sozialdemokraten. Die FPÖ konnte dank 2.559 Wahlkartenstimmen ihren Vorsprung auf die Grünen retten, obwohl die steirischen Grünen auf immerhin 6.128 Wahlkartenstimmen kamen. Das BZÖ verlor ganz leicht, ebenso wie die KPÖ, und die Liste Martin.

In Prozenten sieht das steirische Endergebnis wie folgt aus: Die SPÖ büßte ihren Vorsprung von 0,3 Prozentpunkten bzw. 2.004 Stimmen auf die ÖVP ein und liegt nun mit 270.596 Stimmen (37,18 Prozent) auf Platz zwei. Erster ist die ÖVP mit 272.767 Stimmen bzw. 37,48 Prozent und somit einem knappen Vorsprung von 0,29 Prozentpunkten. Bei den Mandaten - je zehn für die ÖVP und die SPÖ, je zwei für die FPÖ und die Grünen - änderte sich nichts.

Die Freiheitlichen erreichten in der Steiermark 75.998 Stimmen oder 10,44 Prozent. Die Grünen kommen auf 57.641 Stimmen bzw. auf 7,92 Prozent. Das BZÖ holte sich 3,19 Prozent der Wählerstimmen bzw. 23.216 Stimmen, die KPÖ 13.744 (1,89 Prozent) und die Liste Martin 13.877 Stimmen bzw. 1,91 Prozent. Ohne Wahlkarten war die FPÖ auf 10,58 Prozent gekommen, die Grünen auf 7,42 Prozent, das BZÖ auf 3,22 und die Liste Martin auf 1,92 Prozent. Die KPÖ war am Wahlabend bei 1,9 Prozent gelegen.

Bei der Nationalratswahl 2002 war die ÖVP noch bei 44,61 Prozent gelegen, die SPÖ bei 36,97 Prozent, die FPÖ bei 9,64 Prozent, die Grünen bei 6,95 Prozent, die KPÖ bei 0,95 Prozent. Das entspricht bei der ÖVP im Vergleich zwischen 2006 und 2002 einem Minus von 7,13 Prozentpunkten, bei der SPÖ einem Minus von 0,21 Prozentpunkten. Die Freiheitlichen legten um 0,94 Prozentpunkte zu, die Grünen um 0,47 Prozentpunkte, die KPÖ um 0,95 Prozentpunkte. Die Wahlbeteiligung hatte bei den Nationalratswahlen 2002 in der Steiermark 83,89 Prozent betragen, im Jahr 2006 lag sie bei 78,59 Prozent.

In einer ersten Reaktion meinte der steirische LHStv. Hermann Schützenhöfer (V): "Die Steiermark ist nicht rot. Die Steiermark ist nicht schwarz. Die Steiermark ist weiß-grün. Das endgültige Ergebnis ändert am Faktum nichts, dass wir die Wahl bundesweit verloren haben. Aber in der Steiermark sind wir trotz Verlusten Erster geworden". Das sei das Ziel gewesen, wenngleich das Ergebnis so sei, dass man nicht in Triumph ausbreche, aber "es ist ein psychologisch wichtiger Wert". In Vertretung des in Brüssel befindlichen steirischen LH Franz Voves (S) meinte LHStv. Kurt Flecker (S): "Die steirischen Wahlkarten ändern nichts am Wahlerfolg der SPÖ und von Alfred Gusenbauer. Die ÖVP hat in der Steiermark rund sieben Prozent verloren. Statt darüber in Jubel auszubrechen, sollte sie lieber das Ergebnis endlich anerkennen und ihren Willen zur Koalition kund tun".

Kärnten: Grüne überholen FPÖ

Die Grünen haben in Kärnten laut dem am Montag bekannt gegebenen Endergebnis der Nationalratswahl die FPÖ überholt und sind damit hinter SPÖ, BZÖ und ÖVP viertstärkste Kraft geworden.

Rund 600 Stimmen fehlten in Kärnten, um Spitzenkandidat Matthias Köchl über die Landesliste in den Nationalrat zu hieven. Schafft kein anderes Bundesland ein (weiteres) Mandat, was das wahrscheinlichste Szenario ist, erhält Kultursprecher Wolfgang Zinggl das Ticket über die Bundesliste. Insgesamt gewannen die Grünen in Kärnten gegenüber dem Wahlsonntag 0,6 Prozentpunkte und liegen nun bei 7,5 Prozent.

Die Auszählung der Wahlkarten ergab zudem einen geringeren Verlust für die ÖVP und einen höheren für die SPÖ als am Wahlabend, die Zugewinne des BZÖ verringerten sich. Die Orangen verfehlten auch relativ deutlich ihr Direktmandat.

Während dem BZÖ am Wahlabend im Wahlkreis Ost (Bezirke St. Veit/Glan, Völkermarkt und Wolfsberg) nur 128 Stimmen auf das Grundmandat gefehlt hatten, sind es laut dem Ergebnis inkl. Wahlkarten 725. Die Partei von Landeshauptmann Jörg Haider errang in diesem heiß umkämpften Wahlkreis 24.471 Stimmen, für ein Direktmandat wären 25.196 erforderlich gewesen.

Generall änderte sich am Mandatsstand nichts: Es bleibt bei drei Direktmandaten für die SPÖ sowie einem Landesmandat für die SPÖ, drei Landesmandaten für das BZÖ und zwei für die ÖVP. Von den 13 möglichen Abgeordnetensitzen für Kärnten wurden somit im Land selbst nur neun vergeben.

In Prozenten sieht die Verschiebung vom Wahlabend zum Endergebnis unter Berücksichtigung der insgesamt 14.614 gültigen Wahlkarten folgendermaßen aus: Die SPÖ büßte von ihren am 1. Oktober erzielten 35,8 Prozent 0,4 Prozentpunkte auf nunmehr 35,4 Prozent ein, das BZÖ kam schlussendlich auf 24,9 anstatt auf 25,4 (minus 0,5). Die Grünen dürfen sich gegenüber dem Wahlsonntag (6,9 Prozent) über einen Zugewinn von 0,6 Prozentpunkten auf 7,5 Prozent freuen, die ÖVP liegt mit den Wahlkarten um 0,3 Punkte höher, also auf 21,2 Prozent. Die FPÖ blieb mit 7,3 Prozent unverändert.

Im Vergleich zur Nationalratswahl 2002 ergeben sich damit für Kärnten folgende Zugewinne beziehungsweise Verluste: ÖVP - 9,3, SPÖ - 2,9, FPÖ - 16,3, Grüne + 1,3 Prozentpunkte. Das erstmals angetretene BZÖ wird mit einem Plus von 24,9 Prozent, also mit seinem Gesamtergebnis, ausgewiesen. Die Liste von Hans-Peter Martin kam in Kärnten auf 1,9, die KPÖ auf 0,9 Prozent.

Grüne erstmals drittstärkste Partei in Salzburg

Nachdem nun die Stimmen der Wahlkartenwähler ausgezählt sind, steht das Endergebnis für das Land Salzburg fest: Während sich an der Spitze wenig verändert hat - die ÖVP ist mit 110.727 Stimmen und 39,2 Prozent (minus 7,4 Prozentpunkte) stimmstärkste Partei im Land Salzburg, vor der SPÖ mit 80.400 Stimmen und einem Anteil von 28,5 Prozent (minus 2,3 Prozentpunkte) - haben die Dritt- und Viertgereihten die Plätze getauscht: Erstmals bei Wahlen im Land Salzburg wurden die Grünen drittstärkste Partei.

35.239 Wähler schenkten den Grünen ihr Vertrauen. Das entspricht einem Stimmanteil von 12,5 Prozent und einem Stimmanteilsgewinn gegenüber der Wahl 2002 von 2,1 Prozentpunkte. Die FPÖ erhielt 34.596 Stimmen; das ergibt einen Stimmanteil von 12,3 Prozent und bedeutet einen Zugewinn gegenüber der Wahl des Jahres 2002 von 1,5 Prozentpunkte. Bei den anderen Parteien hat sich wenig verändert. Das BZÖ kam im Endergebnis auf 8.826 Stimmen, das sind 3,1 Prozent, die Liste Martin auf 8.890 Stimmen bzw. 3,1 Prozent. Die KPÖ erhielt 2.125 Stimmen (0,8 Prozent), das NFÖ 1.612 Stimmen (0,6 Prozent).

Dieses Ergebnis ist die Folge eines doch deutlich anderen Wahlverhaltens der Wahlkartenwähler: Während mit 40,8 Prozent der Stimmanteil der ÖVP bei den Wahlkartenwählern etwa gleich groß ist wie beim Ergebnis ohne Wahlkartenwähler (39,1 Prozent), liegt das Ergebnis der SPÖ mit 22,4 Prozent um 6,5 Prozentpunkte, das der FPÖ mit 7,4 Prozent um 5,1 Prozentpunkte und das des BZÖ mit 2,3 Prozent um 0,9 Prozentpunkte unter dem Ergebnis des Wahlsonntags, das heißt ohne Wahlkartenwähler. Die Grünen haben hingegen bei den Wahlkartenwählern wiederum deutlich besser abgeschnitten als beim Ergebnis ohne Wahlkartenwähler, und zwar um 11,9 Prozentpunkte. 23,7 Prozent der Wahlkartenwähler haben die Grünen gewählt; das entspricht dem mehr als doppelt so hohen Stimmanteil wie beim Ergebnis ohne Wahlkartenwähler.

Die ÖVP erhielt demnach in Salzburg insgesamt 110.727 Stimmen oder 39,2 Prozent (minus 7,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2002), die SPÖ 80.400 oder 28,5 Prozent (minus 2,3 Prozentpunkte), die FPÖ 34.596 bzw. 12,3 (plus 1,5 Prozentpunkte), Grüne 35.239 oder 12,5 Prozent (plus 2,1 Prozentpunkte), BZÖ 8.826 Prozent bzw. 3,1 Prozent, die KPÖ 2.125 oder 0,8 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte), NFÖ 1.612 oder 0,6 Prozent und die Liste Matin 8.890 Stimmen bzw. 3,1 Prozent.

Durch die Wahlkartenwähler aus anderen Regionalwahlkreisen und aus dem Ausland erhöhte sich die Wahlbeteiligung gegenüber dem vorläufigen Ergebnis um 4,4 Prozentpunkte auf nunmehr endgültig 76,9 Prozent, womit sie um 6,8 Prozentpunkte niedriger ausgefallen ist als bei der Nationalratswahl 2002. Der Anteil der ungültig Wählenden hat sich gegenüber dem vorläufigen Ergebnis um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent verringert und war damit aber um 0,7 Prozentpunkte höher als bei der Nationalratswahl 2002.

(APA/red)

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