Alles über den Spaghetti-Western

19. Oktober 2006, 19:56
posten

"Für ein paar Leichen mehr": Das Lexikon zum Italo-Western wurde überarbeitet und neu aufgelegt

Wien - Zehn Jahre lang, von 1965 bis 1974, entstanden in Italien Cowboy-Filme am laufenden Band. Regisseure wie Sergio Leone und Sergio Corbucci prägten den Italo-Western ebenso wie die Schauspieler (Clint Eastwood, Klaus Kinski, Franco Nero) oder die Komponisten der Soundtracks (Ennio Morricone). Filmfiguren wie Ringo oder Sabata haben heute Kultstatus. Ulrich P. Bruckner hat vor einiger Zeit ein Standard-Werk über das Genre verfasst. Das Lexikon "Für ein paar Leichen mehr" (Schwarzkopf & Schwarzkopf) wurde überarbeitet und jetzt neu veröffentlicht.

Leone und Co

Filme wie "Spiel mir das Lied vom Tod", "Für eine Handvoll Dollar", "Django" oder "Mein Name ist Nobody" haben zuletzt eine Wiederbelebung auf DVD erfahren. Zum Teil erschienen Sammlereditionen mit restaurierten, unverstümmelten Fassungen. Video- und Fernsehproduzenten sind zuvor nicht immer liebevoll mit dem Material umgegangen, willkürliche Schnitte, haarsträubende Synchronisationen und minderwertige Kopien standen an der Tagesordnung. Dabei zählen sich zeitgenössische Regisseure wie Quentin Tarantino, John Woo und Robert Rodriguez nicht ohne Grund zu den Fans der Werke von Leone und Co.

Die Neuentdeckung der Spaghetti-Western macht die Neuauflage von "Für ein paar Leichen mehr" sinnvoll. Bruckner beschreibt mit viel Liebe zu Details die besten Beiträge zum Genre, aber auch Machwerke. Zusätzlich zu "technischen Angaben" (Uraufführung, Besetzung etc.) gibt es Inhaltsangaben und Produktionsnotizen. Auszüge aus Kritiken fehlen nicht.

Neu: Farbteil mit Standbildern, Filmpostern und Promo-Fotos

Neu dazugekommen ist ein Farbteil mit Standbildern, Filmpostern und Promo-Fotos. Interviews mit Stars von damals (z.B. mit Giuliano Gemma und Franco Nero), Kurz-Biografien der Leute vor und hinter den Kameras, Besuche an den Drehorten, eine Übersicht aller Spaghetti-Produktionen und sogar ein Pseudonymen-Register machen das Buch zum Muss für Fans. Selbst der erste Italo-Western mit Kung-Fu-Elementen wird beleuchtet (genialer dt. Titel: "In meiner Wut wieg' ich nur vier Zentner").

Besonders kreativ waren die deutschen Titelgeber übrigens bei der Django-Serie (von "Gott vergibt! - Django nie!" bis zu "Django - unbarmherzig wie die Sonne"). Dass es eigentlich nur zwei echte Django-Filme gab, wissen wenige. (APA)

  • "Für ein paar Leichen mehr - Der Italo-Western
von seinen Anfängen bis heute"Ulrich P. Bruckner736 Seiten, 1.550
Abbildungen, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, ISBN 3-89602-705-0
    buchcover: schwarzkopf & schwarzkopf

    "Für ein paar Leichen mehr - Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute"
    Ulrich P. Bruckner
    736 Seiten, 1.550 Abbildungen, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, ISBN 3-89602-705-0

Share if you care.