Frankreich: Bericht empfiehlt Open Document Format (ODF) in öffentlicher Verwaltung

18. Oktober 2006, 10:25
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Offene Standards auch für alle Dokumente der Europäischen Union

Ein von der französischen Regierung in Auftrag gegebener Bericht empfiehlt der öffentlichen Verwaltung die Verwendung des offenen Dokumentenstandards ODF (Open Document Format). Die Studie geht sogar noch einen Schritt weitern und fordert ODF für alle kursierenden Dokumente der Europäischen Kommission. "Unseren europäischen Partnern soll nahe gelegt werden, offene Standards systematisch umzusetzen. Bei der Erstellung und Verbreitung jeglicher offizieller Dokumente soll das ISO-zertifizierte ODF-Format verwendet werden", zitiert das französische Magazin Le Monde Informatique aus dem Bericht.

Prüfung

Darüber hinaus wird der französische Industrieminister aufgefordert, den Einsatz von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung zu prüfen und eventuelle Vorteile zu evaluieren. Mit der Empfehlung von ODF folgt Frankreich dem Beispiel von Belgien und Dänemark, wo man sich mit den Möglichkeiten von ODF bereits intensiv beschäftigt. Die belgische Regierung hat die Umstellung auf ODF bereits beschlossen. Der französische Vorschlag bringt die Diskussion erstmals auch auf eine europäische Ebene.

OPen XML

Der Hauptkonkurrent von ODF ist das Microsoft-Format Office Open XML. Mit der nächsten Version der Bürosoftware Office soll Open XML bereits umgesetzt werden. Der derzeitige Vorteil liegt jedoch bei ODF, zumal das Format die ISO-Zertifizierung bereits hinter sich hat, während der Microsoft-Standard erst vom Standardisierungsgremium ECMA International abgesegnet werden muss und dann an ISO weitergereicht werden kann.

Unvollständigkeit von ODF

Die Wichtigkeit der eigenen Lösung wird von Microsoft mit der Unvollständigkeit von ODF argumentiert. Abwärtskompatibilität sei ein wichtiges Kriterium für Anwender und ODF könne nicht alle Eigenschaften der bisherigen Office-Dateiformate abbilden, so das Unternehmen. Der Druck von Seiten einiger Regierungen, deren Tendenzen klar in Richtung offene Standards gehen, hat jedoch auch schon beim Redmonder Konzern Bewegung ausgelöst. So hat Microsoft gemeinsam mit CleverAge der "Open XML Translator" entwickelt. Dieses Tool ermöglicht es dem Office-Programm auch ODF-Dateien lesen und schreiben zu können.(pte)

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