CA Immo-Ost-Tochter holt frisches Geld

24. Oktober 2006, 12:07
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Die Osttochter der CA Immo geht an die Börse. Die Aktie der CA Immo International AG soll vor allem internationale Investoren ansprechen.

Wien – Die CA Immo International AG hält das Osteuropa Immobilienportfolio der CA Immobilien Anlagen AG. In der Gesellschaft gebündelt sind 17 Objekte in sieben Ländern. Derzeit umfasst das Portfolio Immobilien in Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Bulgarien und Rumänien. Die Gesamtnutzfläche belief sich Ende September auf rund 285.000 Quadratmeter, der Marktwert rund 502 Millionen Euro. Nun holt sich die Ca Immo-Ost-Tochter frisches Geld an der Börse, um zusätzlich in „neuen renditestärkeren Märkten wie Serbien, Russland und Ukraine zu investieren“ wirbt Bruno Ettenauer, CEO der CA Immo International heute vor Journalisten in Wien. In den nächsten Jahren sollen zwei Milliarden Euro nach Osteuropa - vor allem in die Märkte der früheren Sowjetunion - fließen. Zu diesem Zweck plant das Unternehmen, beim bevorstehenden Börsegang knapp 300 Millionen Euro an Eigenkapital aufzubringen.

Im Gegensatz zur Mutter, die sich an österreichische Privatanleger wendet, will die CA Immo International ihr Hauptaugenmerk auf internationale institutionelle Investoren legen. Rund 80 Prozent steuere man in diesem Anlegersegment an, so Wolfhard Fromwald, CFO der CA Immo International AG. Institutionelle Anleger seien an Dividenden interessiert, wie Fromwald versichert, weswegen man sich für eine „klare Dividendenpolitik“ entschieden habe. 2 Prozent Dividendenrendite sollen ab 2007 ausgeschüttet werden, in den Folgejahren deutlich mehr – etwa 4 bis 6 Prozent hieß es heute.

Konservative Anlage

Die Aktie der CA Immo darf als eher konservative Anlage eingeordnet werden. Das Papier wirft nicht eben hohe Renditen - zuletzt waren es 3,6 Prozent Jahresperformance – diese aber recht beständig ab. Von dieser Strategie will man sich laut Fromwald auch nicht verabschieden: „Wir wollen an der Gesamtstrategie als genauer, sorgfältiger Investor festhalten.“ Was sich ändern soll, ist eine Verschiebung im Immo-Portfolio von Büroimmobilien hin zur Aufteilung in 30 Prozent Handelsimmobilie, 20 Prozent Logistikimmobilie und nur noch 50 Prozent Büroimmobilie. „Wir sind derzeit extrem eigenkapitalorientiert, nun wird der Eigenkapitalanteil 40 Prozent betragen“, so Fromwald. Ein hoch riskantes Papier wird damit auch die CA Immo International nicht sein. Der Eigenkapitalanteil soll 40 Prozent betragen, der Anteil an Entwicklungsprojekten 25 Prozent betragen.

Von der Ostfantasie sollen auch – aber in geringerem Ausmaß – die Aktionäre der CA Immo profitieren, denn die Mutter wird mindestens 51 Prozent an der CA Immo International halten, betonte Vorstandschef Bruno Ettenauer. Die Preisspanne der Aktie liegt zwischen 12,60 und 14,30 Euro. Die Zeichnungsfrist läuft vom 9. bis voraussichtlich 23. Oktober. An der Wiener Börse sollen dabei 21,3 Millionen Aktien (inklusive Mehrzuteilungsoption) angeboten werden. Bei Ausschöpfung des Preisbandes könnte der Börsengang bis zu 304,6 Millionen Euro erlösen.

Geldsammeln

Immobilien in Osteuropa erhitzen zwar schon seit Jahren die "Fantasie" der Anleger, Anzeichen für ein Ende des Booms gibt es noch keine. Im heurigen Jahr werden sich heimische Immobiliengesellschaften eine neue Rekordsumme vom Kapitalmarkt holen. Siehe auch die milliardenschweren Kapitalschritten von Immoeast und der Meinl European Land und substanziellen Aufstockungen von s Immo und CA Immobilien im Frühjahr. Erst vor wenigen Tagen hat der Immobilienarm der niederländischen ING angefangen, Kapital für einen zweiten CEE-Immobilienfonds einzusammeln beginnen.

Österreichische Gesellschaften sind laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Consultingunternehmens CB Richard Ellis die größten Investoren in die kommerziellen osteuropäischen Immobilienmärkte. Im ersten Halbjahr wurden dort 3,9 Mrd. Euro investiert.

Renditen im Sinkflug

Der Zustrom an Investorengeldern in den Sektor hält, obwohl sich die Renditen für neue Projekte in Ländern wie Tschechien, Ungarn und der Slowakei im Sinkflug befinden. Als Reaktion auf diese Entwicklung verlagern die Immo-Gesellschaften ihre Engagements zunehmend in neue Länder (GUS-Staaten) oder setzen stärker auf die Immobilienentwicklung.

Von den neuen Märkten abgesehen gibt es auch auf den traditionellen Pflastern noch genügend Entwicklungsraum, glaubt man etwa in der Immoeast. "Der Markt ist so groß, da ist für viele Platz." Das zeige schon ein kurzer Blick auf die zur Verfügung stehenden modernen Büroflächen; Warschau habe heute beispielsweise nicht mehr als ein Fünftel der in Wien zur Verfügung stehenden Büroflächen. (APA/rb)

  • Im Gegensatz zur Mutter, die sich an österreichische Privatanleger wendet, will die CA Immo International ihr Hauptaugenmerk auf internationale institutionelle Investoren legen.
    foto: ca immo

    Im Gegensatz zur Mutter, die sich an österreichische Privatanleger wendet, will die CA Immo International ihr Hauptaugenmerk auf internationale institutionelle Investoren legen.

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