Makler warnen vor Supermarkt-Abschlüssen

25. Oktober 2006, 17:54
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Fachverband: Verkauf von Billig-Versicherungen ohne fachkundige Beratung kann für Kunden teuer werden - ARAG weist indirekt Vorwürfe zurück

Wien - Der Fachverband der Versicherungsmakler warnt vor dem Kauf von Rechtsschutzversicherungen über Lebensmitteldiskonter. Versicherungen seien beratungsintensive Produkte und hängen stark von den Lebensumständen der Kunden ab. Durch den Kauf von Versicherungen ohne zugehörige Beratung könne sich das Produkt im Bedarfsfall als unpassend erweisen, hieß es am Montag in einer Aussendung.

Das Versicherungsunternehmen ARAG möchte nämlich künftig seine Rechtsschutzversicherungen über den Lebensmitteldiskonter Penny in Deutschland vertreiben. Nun warnen die Versicherungsmakler davor, diese Art des Billigvertriebes auch in Österreich umzusetzen. "ARAG Rechtschutz versucht in Deutschland dem Kunden durch billiges Supermarkt-Ambiente vorzuspielen, dass seine Produkte günstig sind. Das Unternehmen nimmt leider gezielt in Kauf, dass Kunden unter falschen Voraussetzungen ihre Produkte kaufen", erklärte Gunther Riedlsperger, Bundesobmann der Versicherungsmakler Österreich.

ARAG Österreich: Kein Verkauf über Diskonter

ARAG Österreich stellte in einer Aussendung am Montag klar, sie vertreibe ihre Produkte fast ausschließlich über unabhängige Versicherungsmakler. Die Produktpalette der ARAG Österreich beinhalte kein Produkt, das über den Supermarkt verkauft werden könnte. Vielmehr sei geplant, die Geschäftsbeziehung mit den unabhängigen Versicherungsmaklern weiter auszubauen.

Mit diesem Vertriebskanal sei es der ARAG Österreich in den vergangenen Jahren gelungen, über dem Marktdurchschnitt von plus 3,8 Prozent zu wachsen: Gegenüber 2004 wuchs das Prämienvolumen der ARAG Österreich 2005 um mehr als 10 Prozent auf rund 36,3 Mio. Euro. Für 2006 rechnet die ARAG Österreich mit einem Volumen von mehr als 40 Mio. Euro, was gegenüber 2005 einer Steigerung um mehr als 10 Prozent entspricht. (APA)

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