Grüne haben noch Chancen auf Platz drei

9. Oktober 2006, 21:54
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Endergebnis inklusive Wahlkarten mit Spannung erwartet - Van der Bellen optimistisch - Offizielle Zahlen gegen Mitternacht

Wien - Heute, Montag, um 12.00 Uhr ist die Frist für das Einlangen der Wahlkarten aus dem Ausland bei den Landeswahlbehörden abgelaufen. Die Wahlkarten werden nun gemeinsam mit jenen aus fremden Wahlkreisen ausgezählt. Robert Stein von der Wahlabteilung des Innenministeriums hofft auf ein Ergebnis kurz vor Mitternacht.

417.000

417.000 Österreicher hatten eine Wahlkarte beantragt, rund 240.000 bis 250.000 dürften abgeben worden sein. Das sind etwas über fünf Prozent der gültigen Stimmen. Die Stimmen jener Wahlkartenwähler, die am Sonntag in ihrem eigenen Regionalwahlkreis gewählt haben, wurden bereits ausgezählt. Die Wahlkarten aus dem Ausland trudeln schon seit dreieinhalb Wochen ein und werden nun ab 12.00 Uhr ausgezählt.

Grüne können hoffen

Eine Hochrechnung sei nicht möglich, weil sie sehr kompliziert sei, sagte Stein. Die Grünen können jedenfalls hoffen, durch die Wahlkarten ein weiteres, das 21. Mandat zu gewinnen - und zwar zu Lasten des BZÖ, das dann nur mehr sieben statt acht Mandate hätte. Die Grünen sind die Parlamentspartei, die bisher am stärksten von den Wahlkartenstimmen profitiert hat. Als sehr unwahrscheinlich gilt, dass das BZÖ - das am 1. Oktober auf 4,2 Prozent kam - durch die Wahlkarten unter vier Prozent und damit aus dem Nationalrat rausfällt - oder dass das BZÖ durch die Wahlkarten das knapp verpasste Kärntner Direktmandat schafft.

Mögliche Mehrheiten

Bleibt das BZÖ erwartungsgemäß im Nationalrat, wird die Wahlkarten-Auszählung an den Mehrheiten und möglichen Koalitionsvarianten nichts mehr ändern. Eine rot-grüne oder schwarz-grüne Mehrheit brächte auch das eine zusätzliche Mandat für die Grünen nicht - und Schwarz-Orange ging sich ohnehin nicht mehr aus. Nach dem vorläufigen Endergebnis vom Wahlsonntag kam die SPÖ auf 35,7 Prozent und 68 Mandate, die ÖVP auf 34,2 Prozent und 66 Mandate, die FPÖ auf 11,2 Prozent und 21 Mandate, die Grünen auf 10,5 Prozent und 20 Mandate sowie das BZÖ auf 4,2 Prozent und acht Mandate.

Grüne hoffen auf 21. Mandat nach Wahlkarten-Auszählung

Die Grünen haben sich am Montag optimistisch gezeigt, dass nach Auszählung der Wahlkarten das 21. Mandat zu ihnen "wandert". "Sollten sich die bisher bekannt gewordenen Trends der Wahlkartenauszählung bewahrheiten, dann besteht die große Chance, dass die Grünen zu ihren bisherigen drei zusätzlichen Mandaten noch ein viertes dazu bekommen. Damit wäre der Grüne Klub - gemeinsam mit der FPÖ - die drittstärkste Fraktion im Nationalrat", so Bundessprecher Alexander Van der Bellen zu dem für heute Abend erwarteten vorläufigen Endergebnis der Nationalratswahl inklusive Wahlkarten.

"Mit vier Mandaten Zugewinn und einem Nationalratswahlergebnis rund um elf Prozent - einem Zugewinn von 1,5 Prozentpunkten - wären die Grünen stimmen- und mandatsmäßig der klare Wahlgewinner der Nationalratswahl 2006", so Van der Bellen. Das zusätzliche Mandat für die Grünen dürfte zu Lasten des BZÖ gehen, das damit sieben statt acht Sitze hätte.

Die drittstärkste Fraktion darf neben dem Dritten Nationalratspräsidenten auch einen Volksanwalt stellen. Das 21. Mandat würde für die Grünen auch mehr Geld bedeuten. Da die Klubförderung in Zehnersprüngen (ab dem 11 , 21 oder 31 Mandat) steigt, würden sie mit einem Schlag pro Jahr 400.000 Euro mehr bzw. 2,43 Mill. Euro erhalten. (APA)

  • Das Rennen um Platz drei ist noch nicht entschieden. Heute Abend gibt es Klarheit.
    montage: derstandard.at

    Das Rennen um Platz drei ist noch nicht entschieden. Heute Abend gibt es Klarheit.

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