Star-Bariton Quasthoff zieht sich von der Oper zurück

8. Oktober 2006, 20:26
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Wachsende Skepsis des deutschen Sängers gegenüber dem Genre - Geplante Engagements gestrichen

Hamburg - Star-Bariton Thomas Quasthoff (47) zieht sich von der Opernbühne zurück. Die geplanten Engagements in Verdis "Falstaff", Wagners "Tristan und Isolde" sowie die nächste "Parsifal"-Staffel habe er gestrichen, sagte Quasthoff der "Welt am Sonntag". Auf die Frage, ob sich das Thema Oper damit für ihn erledigt habe, sagte der 1,34 große, contergangeschädigte Künstler: "Im Augenblick, ja. Ich bin sowieso vornehmlich Liedsänger."

Quasthoff begründet seine Entscheidung damit, dass er mehr Zeit für seine Familie haben wolle, aber auch mit einer wachsenden Skepsis gegenüber der Oper. "Die meisten Opern sind doch inhaltlich uninteressant", sagte er dem Blatt. "Und richtig schlimm wird es, wenn noch eine durchschnittliche Inszenierung dazukommt."

Der weltweit gefeierte Sänger, der an der Hanns-Eisler- Musikhochschule in Berlin Gesang unterrichtet, beklagte das Niveau vieler Kandidaten für eine Gesangsausbildung. "Wir hatten gerade Aufnahmeprüfungen in Berlin. Da ist einem teilweise das kalte Grausen gekommen, was für ein Nicht-Niveau an Hochschulen geschickt wird. Man denkt sich: Leute, habt ihr denn Senf in den Ohren", sagte Quasthoff. (APA/dpa)

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