Innsbrucker "Finanzamtskandal": Start für Tirols größten Strafprozess

10. Oktober 2006, 16:12
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Zehn Betriebsprüfern und einem Ex-Prokuristen einer drohen bis zu zehn Jahre Haft

Innsbruck - Am 16. Oktober fällt der Startschuss für den bisher größten Strafprozess in Tirol rund um den Innsbrucker "Finanzamtskandal". Angeklagt sind zehn Betriebsprüfer und ein Ex-Prokurist einer Steuerberatungskanzlei. Ihnen drohen im Falle eines Schuldspruches bis zu zehn Jahre Haft.

Steuerhinterziehung

Die derzeit vom Dienst suspendierten Finanzbeamten - unter ihnen ein leitender Betriebsprüfer - und der inzwischen pensionierte Mitarbeiter einer Steuerberatungsfirma müssen sich wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und Beitrags zur vorsätzlichen Abgabenhinterziehung vor einem Schöffensenat am Innsbrucker Landesgericht verantworten. Sie sollen jahrelang dutzende Unternehmen steuerschonend geprüft haben. Das Verfahren gegen die mitangeklagten 16 Unternehmer wegen vorsätzlicher Abgabenhinterziehung wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Durch die Steuerhinterziehung soll ein Schaden von insgesamt 20 Millionen Euro entstanden sein.

Dass es sich bei dem Prozess um ein regelrechtes Megaverfahren handelt, belegen auch weitere Zahlen eindrucksvoll: So ist die Anklageschrift 260 Seiten stark. Der Gerichtsakt umfasst nicht weniger 176 Ordner beziehungsweise 70.000 Seiten. Das Verfahren wird vermutlich mehrere Wochen dauern. (APA)

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