Litauen weist hochrangigen russischen Diplomaten aus

16. Oktober 2006, 08:45
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Wegen Spionage - Zusammenhang mit Georgien-Konflikt - Georgiens Präsident unterdessen zu Gespräch mit Putin bereit

Vilnius - Litauen hat einem Agenturbericht zufolge einen hochrangigen russischen Diplomaten ausgewiesen, dem Spionage vorgeworfen wird. Es handle sich um einen in der Hauptstadt Vilnius arbeitenden Diplomaten, meldete der Baltic News Service (BNS) am Sonntag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Zum Aufgabenbereich des Diplomaten habe offenbar gehört, auf Litauens unterstützende Haltung für Georgien Einfluss zu nehmen. Vom Außenministerium in Vilnius gab es zunächst keine Stellungnahme. Zwischen Georgien und Russland gibt es derzeit die größten Spannungen seit Jahren, nachdem die Führung in Tiflis vor kurzem etliche russische Offiziere vorübergehend unter Spionageverdacht festgenommen hatte.

Georgiens Präsident zu Gesprächen mit Putin bereit

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili hat unterdessen Gesprächsbereitschaft mit Russland signalisiert. Dem britischen Fernsehsender BBC World sagte der Politiker am Sonntag, er habe seinem russischen Kollegen Wladimir Putin ein neues Treffen angeboten, seit die beiden vor zwei Monaten das letzte Mal miteinander gesprochen hätten. "Ich bin jederzeit für ein Treffen bereit, wann immer sie wollen", betonte Saakaschwili mit Blick auf die russische Führung. Wo auch immer er dazu hinfliegen müsse, er werde es tun.

Zwischen den beiden Ländern war es jüngst zu den stärksten Spannungen seit Jahren gekommen, nachdem Georgien vier russische Offiziere vorübergehend unter Spionageverdacht festgenommen hatte. Russland kappte daraufhin die Transport- und Postverbindungen zu dem kleinen Nachbarn im Süden.

Georgier aus Russland abgeschoben

Am Freitag wurden Dutzende Georgier aus Russland abgeschoben, während Russen Georgien verließen. Bereits seit dem Amtsantritt des pro-westlichen Saakaschwili 2003 hatten sich die Beziehungen der früheren Sowjetrepublik Georgien zur ehemaligen Führungsmacht Russland zusehends verschlechtert. (APA/Reuters)

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