Deutsche Lust am Risiko nimmt ab

25. Oktober 2006, 12:28
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Investoren haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zehn Prozent weniger Risikokapital in deutsche Unternehmen gesteckt

Frankfurt - Investoren haben einer Studie zufolge in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zehn Prozent weniger Risikokapital in deutsche Unternehmen gesteckt.

Die Investitionen in junge Unternehmen seien von Jänner bis Juni auf 254 Millionen Euro gesunken. Im selben Zeitraum des Vorjahres haben sie noch 280 Millionen Euro betragen, teilte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young am Freitag in Stuttgart mit. Damit rangiere Deutschland in Sachen Risikokapital in Europa auf Rang drei, erklärten die Studienautoren. Europaweit wurden der Untersuchung zufolge im ersten Halbjahr gut zwei Milliarden Euro Risikokapital in junge Firmen gesteckt.

Großbritannien Nr. 1

Den Spitzenplatz nimmt Großbritannien ein, wo im ersten Halbjahr 2006 insgesamt 669 Millionen Euro an Risikokapital investiert wurden. Auf dem zweiten Platz der Risiko-Hitparade folgt Frankreich mit 375 Millionen Euro. In Deutschland würden in die Unternehmen im Durchschnitt 4,7 Millionen Euro investiert, erklärte Ernst & Young. Dies sei im Vergleich ein relativ hoher Wert.

Stabilisierung

Trotz des absoluten Rückgangs im Halbjahr sei im Venture-Capital-Geschäft eine Stabilisierung zu erkennen. "Unternehmen, die Risikokapital erhalten, fließt deutlich mehr Geld zu als noch vor einigen Jahren", hieß es.

Der Untersuchung zufolge erhalten in Deutschland Firmen aus der Informationstechnologie die meisten Mittel. Auf Platz zwei liegt die Biotechnologie-Branche. Die Rangfolge sei im ersten Halbjahr 2005 noch umgekehrt gewesen. (APA, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.10.2006)

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