Reaktionen: Weltweite Bestürzung

16. Oktober 2006, 08:38
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US-Außenamt "schockiert" - EU rief zu "gründlicher Untersuchung" auf - Europarat: "Enorme Krise"

Der Mord in Moskau hat weltweit Bestürzung hervorgerufen: Das US-Außenamt zeigte sich "schockiert" und forderte eine "sofortige und umfassende Untersuchung" des Falls durch die Behörden in Moskau. Auch die EU rief zu einer "gründlichen Untersuchung dieses abscheulichen Verbrechens" auf. Der neue schwedische Außenminister Carl Bildt reagierte mit "tiefer Trauer und Kummer". Der Europarat nannte die Tat "eine enorme Krise der Meinungsfreiheit und Sicherheit für Journalisten in Russland."

"Ikone"

Das Komitee zum Schutz von Journalisten erklärte in New York, Politkowskaja sei eine "mutige Reporterin" gewesen, die wiederholt ihr Leben riskiert habe. Reporter ohne Grenzen nannten sie eine "Ikone".

Die Internationale Helsinki Föderation verlautbarte: "Wir sind schockiert, wir sind verstört, und wir trauern mit ihrer Familie." Johann Fritz, Direktor des International Press Institute in Wien, nannte den Mord im Standard-Gespräch "eine schreckliche Tat. Sie zeigt, dass die Kräfte der Finsternis in Russland immer noch so stark sind, dass sich keine öffentliche Vernunft halten kann." Der Auftraggeber müsse jemand sein, "der dem Kreml nahe steht. Denn keine andere Gruppierung hat ein Interesse an Politkowskajas Tod." Die Menschenrechtsliga verlangte "unabhängige Ermittlungen".

In Wien zeigten sich Erhard Busek und Ulrike Lunacek bestürzt über den Tod Politkowskajas. (dpa, Reuters, red, DER STANDARD, Printausgabe 9.10.2006)

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