Polizei verhindert weitere Kämpfe zwischen Minenarbeitern

19. Oktober 2006, 15:35
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Vermittlungsgespräche für Montag angekündigt

La Paz - Schwere Kämpfe zwischen bolivianischen Minenarbeitern mit einer Bilanz von 16 Toten und mehr als 60 Verletzten sind am Wochenende durch einen massiven Polizeieinsatz beendet worden. Die Regierung des linksgerichteten Präsidenten Evo Morales kündigte für diesen Montag die mögliche Aufnahme von Vermittlungsgesprächen zwischen den verfeindeten Gruppen an.

Dabei solle ein Kompromiss gefunden werden, wie die Arbeiter privater Kooperativen und die staatliche Minengesellschaft die reichen Zinnlagerstätten von Huanuni knapp 300 Kilometer südwestlich von La Paz gemeinsam ausbeuten könnten, sagte der Minister im Präsidentenamt, Juan Ramón Quintana.

Bergbauminister entlassen

Morales hatte am Freitag Bergbauminister Walter Villarroel vorgeworfen, die Krise nicht rechtzeitig entschärft zu haben und ihn entlassen. Diesen Vorwurf richtete die Opposition dann aber vor allem gegen Morales selbst. Der neue Bergbauminister Guillermo Dalence kündigte eine Neuordnung des Bergbauwesens in ganz Bolivien an, bei der Verstaatlichungen im Vordergrund stehen sollten. Dies dürfte jedoch auf den Widerstand der Kooperativen treffen.

Die Kooperativen in Huanuni fordern einen größeren Teil der bisher gemeinsam mit staatlichen Unternehmen ausgebeuteten Lagerstätten. Für Morales kommt der Konflikt zwischen seinen Anhängern angesichts des Machtkampfes mit konservativen Kreisen und den reichen Provinzen im Osten des Landes äußerst ungelegen. (APA)

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