Hicke hofft auf Stranzl und Hiden

10. Oktober 2006, 10:53
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Rückkehr der angeschlagenen Innenverteidiger gegen Schweiz wäre wichtig - Hiden absolvierte Laufeinheit, Stranzl ab Montag im Training

Tschagguns - Nach der Aufarbeitung des mühevollen 2:1-Erfolges gegen Liechtenstein rückt das kommende Länderspiel des österreichischen Fußball-Nationalteams am Mittwoch (20:30 Uhr/live ORF1) am Innsbrucker Tivoli neu in den Mittelpunkt. Drei Tage vor dem Schweiz-Match laborierten Marc Janko (Leistenprobleme) und Roland Linz (Bänderverletzung im Knöchel) an leichten Blessuren, noch mehr beschäftigt Teamchef Josef Hickersberger aber die Verfassung der Innenverteidiger Martin Hiden (Reizerguss im Knie) und Martin Stranzl (Zehenentzündung).

Stranzl verzichtete auf die Einheit am Sonntag, will aber am Montag wieder ins Training einsteigen. "Wenn er spielen könnte, wäre das sehr gut für uns. Er würde die Abwehr stabilisieren, und das wird gegen die Schweiz wichtig sein", sagte Hickersberger. Besser stehen die Chancen auf einen Einsatz von Hiden, der am Sonntag leichtes Lauftraining absolvierte. "Bei ihm bin ich zuversichtlich, dass es sich bis Mittwoch ausgeht."

Das Testspiel gegen den EURO-Partner nimmt die ÖFB-Auswahl unter völlig anderen Voraussetzungen als das Liechtenstein-Match in Angriff, gelten Ivanschitz und Co. gegen die Eidgenossen doch als klarer Außenseiter. "Wir wissen, dass wir vor einer großen Herausforderung stehen, weil wir gegen einen sehr guten, defensiv starken Gegner spielen, gegen den es nicht einfach wird, ein Tor zu schießen", meinte der Teamchef und wies darauf hin, dass die Schweizer in ihren vier WM-Partien als einzige Endrunden-Mannschaft mit Ausnahme des Elferschießens gegen die Ukraine keinen Gegentreffer zuließen.

Dass die "Nati" die Österreicher auf Grund deren jüngsten Darbietungen nicht für voll nehmen könnte, hält "Hicke" für unrealistisch. "So wie ich die Schweizer und ihre nüchterne, gewissenhafte Mentalität einschätze, glaube ich nicht, dass sie uns unterschätzen werden", vermutete der 58-Jährige.

Der Schlüssel zu einer Überraschung könnte weniger die Schweizer Geringschätzung als der Rückhalt der Fans sein, so Hickersberger. "Die Mannschaft braucht die Unterstützung und Geduld der Zuschauer. Wenn das gegeben ist, bin ich überzeugt, dass ein gutes Resultat möglich ist - und das gegen einen Gegner, der 2008 Europameister werden will."

Den sicher scheinenden Ausfall des Schweizer Goalgetters Alexander Frei wegen einer Oberschenkelzerrung sieht Hickersberger nicht als Vorteil für seine Schützlinge. "Ich warne davor zu glauben, dass die Schweiz ohne Frei nicht so gut ist, um Österreich Probleme zu bereiten. Im Ski fahren sind wir gegen die Schweiz derzeit Favorit, im Fußball aber Außenseiter", sagte der Niederösterreicher, der das siebente ÖFB-Match in diesem Jahr als "Prestigeduell" bezeichnete.

Für Hickersberger bedeutet das Länderspiel außerdem auch die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, spielte er doch von 1978 bis 1980 für Wacker Innsbruck. "Ich freue mich besonders auf dieses Match, weil ich die Umgebung sehr gut kenne. Ich habe mich dort zwei Jahre sehr wohl gefühlt, obwohl ich verletzungsbedingt nicht viel spielen konnte." (APA)

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