51 Leichen in Bagdad entdeckt

10. Oktober 2006, 16:27
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Dutzende Tote bei Gefechten oder Attentaten - US-Soldat schildert Mord an Iraker

Bagdad - In der irakischen Hauptstadt Bagdad hat die Polizei mehr als 50 Leichen entdeckt. Seit Samstag früh hätten Patrouillen 51 Leichen mit Schussverletzungen in verschiedenen Bezirken der Stadt gefunden, verlautete aus dem Innenministerium.

Sunnitische Rebellen und schiitische Milizen überziehen Bagdad seit Monaten mit einer Welle der Gewalt. Auch der Einsatz von fast 50.000 amerikanischen und irakischen Soldaten konnte dem bisher keinen Einhalt gebieten.

Erst in der vergangenen Woche hatte die multinationale Truppe erklärt, im Kampf gegen die Aufständischen bereits 96.000 Gebäude und 80 Moscheen in der Hauptstadt durchsucht und dabei 168 mutmaßliche Terroristen festgenommen sowie 1735 Waffen sichergestellt zu haben.

Am Wochenende kamen erneut Dutzende von Menschen bei Gefechten oder Attentaten um Leben. Das US- Militär tötete am Sonntag in der südirakischen Stadt Diwanija bei Kämpfen mit einer Schiiten-Miliz nach eigenen Angaben rund 30 Kämpfer. Am Samstag riss ein Selbstmordattentäter an einem irakischen Militärkontrollpunkt in Tel Afar, 80 Kilometer westlich von Mossul, mindestens zehn Menschen, darunter zwei Soldaten, mit in den Tod.

Ebenfalls am Samstag legten US-Truppen und irakische Sicherheitskräfte die Erdölstadt Kirkuk mit einer groß angelegten Razzia gegen Aufständische lahm. Unterdessen wurde ein US-Sanitäter von einem Militärgericht in Camp Pendleton (US-Bundesstaat Kalifornien) wegen Beihilfe zur Ermordung eines Irakers zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

148 Personen festgenommen

Während der Razzia in Kirkuk wurden 148 Personen festgenommen, darunter eine Frau, die des Terrorismus verdächtig sei. Die Hauptstadt der nördlichen Provinz Tamim ist zwischen sunnitischen Arabern, Kurden und Turkmenen umkämpft und leidet unter häufigen Anschlägen. Die Provinz ist reich an Ölvorkommen. (APA/Reuters)

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