Buffalo-Coach mit Vanek zufrieden

13. Oktober 2006, 10:39
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Ruff: "Er ist etwas leichter und schneller, das zeigt, dass er im Sommer sein Vorbereitungsprogramm gemacht hat"

Buffalo - Lindy Ruff hat nicht den Ruf, junge Eishockey-Spieler zu verwöhnen. Ganz im Gegenteil. Rookies gehen beim Langzeit-Trainer der Buffalo Sabres durch eine harte Schule. Das musste auch Thomas Vanek erfahren, der in seinem ersten Jahr in der National Hockey League (NHL) in der dritten Playoff-Runde gegen den späteren Champion Carolina Hurricanes seinen Platz nur noch auf der Tribüne fand. Vaneks Reaktion auf die große Enttäuschung ist genau die, die der Chefcoach von ihm sehen wollte.

Vanek nahm sich im Sommer einen eigenen Trainer und kam topfit zurück nach Buffalo für sein zweites NHL-Jahr. "Er ist etwas leichter und schneller, das zeigt, dass er im Sommer sein Vorbereitungsprogramm gemacht hat. Das ist wichtig bei dem schweren Programm mit manchmal drei Spielen in vier Tagen. Das hilft ihm über die harte Zeit", weiß Ruff.

Entschlossener, mehr auf seine Aufgaben fokussiert, sei Vanek im Camp gewesen. "Er will beweisen, dass er ein wichtiger Spieler sein kann", sagte der Coach. Die verbesserte Defensiv-Arbeit des Torjägers wird mit mehr Einsätzen belohnt. Der 22-jährige Steirer kommt heuer auch in Unterzahl dran und daher auf mehr Eiszeit. Wie viel Eiszeit, "das bestimmt nur Thomas. Er ist in der Vorsaison durch Unterzahlspiel manchmal lange auf der Bank gesessen. Wir wollen ihn mehr im Spiel halten", erklärte Ruff im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Stimmt die Leistung so wie bisher, gibt's viel Eiszeit. Ziele in Form von erwarteten Toren oder Assists hat der Coach für sein Top-Talent nicht genannt, nur Verbesserungen will er sehen. "Alles geht Schritt für Schritt. Er soll sich in allen Bereichen steigern", lautet der Wunsch von Ruff. Er weiß, wovon er spricht. Der 46-Jährige hat für Buffalo und die NY Rangers fast 700 NHL-Spiele absolviert und bestreitet nun sein zehntes Jahr als Trainer der Sabres. Er ist damit der am längsten dienende Cheftrainer der Liga.

1999 führte er die Sabres ins Stanley-Cup-Finale, das Team um Star-Torhüter Dominik Hasek unterlag aber den Dallas Stars. Im Vorjahr musste sich seine durch Verletzungen stark dezimierte Mannschaft erst im Conference-Finale den Carolina Hurricanes geschlagen geben, für den überraschenden Siegeszug wurde Ruff aber mit dem "Jack Adams Award" für den besten Trainer der Saison ausgezeichnet. Diese Saison will er eine andere Trophäe: "Unsere Erwartungen sind wie bei allen anderen Teams auch, den Stanley Cup zu gewinnen." Der Weg dorthin ist noch lang und schwierig, der Start jedenfalls ist gelungen. Für das Team und für Vanek. (APA)

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