Molterer schließt Koalition mit FPÖ und BZÖ aus

10. Oktober 2006, 14:21
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Bures: ÖVP soll "Fehler von 1999 nicht wiederholen"

Wien - Wilhelm Molterer verschärft den Ton in Richtung SPÖ. Der ÖVP-Klubobmann sagte der der Tageszeitung "Österreich" auf die Frage, ob er den Kanzleranspruch der SPÖ anerkenne: "Gusenbauer hat den Regierungsanspruch und die SPÖ wäre in einer Großen Koalition die stärkere Partei. Die Wahlkarten können aber bewirken, dass die beiden Parteien noch enger beieinander liegen. Dann gibt es zwei fast gleich starke Parteien. Den Auftrag hat Gusenbauer. Ob er zu einem Ergebnis kommt, weiß niemand."

Eine Koalition mit FPÖ und BZÖ lehnte Molterer ab: "Nein. Das BZÖ hat eine Stärke, die für eine Koalition nicht reicht. Und was wir zu Strache vor der Wahl gesagt haben, gilt auch jetzt."

Bures: ÖVP soll "Fehler von 1999 nicht wiederholen"

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hat ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer am Samstagabend aufgefordert, demokratische Entscheidungen zu akzeptieren. Die SPÖ sei als stärkste Partei aus der Nationalratswahl hervorgegangen, weshalb sie auch den Kanzleranspruch stelle.

Bures appellierte an die ÖVP, nicht den Fehler des Jahres 1999 zu wiederholen, als sich Schüssel als Drittplatzierter zum Kanzler machen ließ. Das habe zu instabilen Verhältnissen geführt, die nun abgewählt wurden und damit der Vergangenheit angehören sollten.

"Österreich braucht stabile Verhältnisse und rasch eine neue Regierung, die sich der großen Herausforderungen in den Bereichen Beschäftigung, Gesundheit, Pensionen und Bildung annimmt", sagte Bures und forderte die ÖVP auf, ihre Trotzhaltung aufzugeben, und, sobald der Auftrag zur Regierungsbildung erteilt ist, in konstruktive Gespräche mit der SPÖ einzutreten. (APA)

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