Bayeux: Mahnmal für 2000 getötete Journalisten

18. Oktober 2006, 11:18
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"Reporter ohne Grenzen"-Chef Robert Ménard: "In drei Jahren sind im Irak mehr Journalisten getötet worden als in Vietnam

Bayeux - Am Tag der Ermordung zweier deutscher Journalisten in Afghanistan und einer russischen Reporterin in Moskau ist in Bayeux in der Normandie ein Mahnmal für 2000 getötete Medienvertreter eröffnet worden. Die Gedenkstätte, ein landschaftlich gestalteter, von weißen Steinen gesäumter Weg, ist den seit 1944 weltweit während oder wegen ihrer Arbeit getöteten Journalisten gewidmet. Bayeux war im Jahr 1944 die erste von den Alliierten befreite französische Stadt.

Die ersten vier Stelen mit den 406 eingravierten Namen der in den Jahren von 1997 bis 2005 getöteten Journalisten, Kameraleute und Fotografen wurden am Samstag im Beisein des Generalsekretärs der Hilfsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF), Robert Ménard, enthüllt. Bis zum Mai 2007 sollen die anderen Gedenksteine dieser in Europa einzigartigen Erinnerungsstätte fertig gestellt sein.

"Wir dürfen sie nicht vergessen, Demokratie gibt es nicht ohne diese Journalisten", sagte Ménard bei der Einweihung. "In drei Jahren sind im Irak mit 107 Journalisten mehr getötet worden als in 20 Jahren in Vietnam."

Preis für Kriegs- und Konfliktberichterstattung

In Erinnerung an die Befreiung von der deutschen Besatzung vergaben Bayeux und die Region Calvados bereits zum 13. Mal den mit je 7600 Euro dotierten Preis für Kriegs- und Konfliktberichterstattung. Der diesjährige Preis ging in der Kategorie Printmedien an Jon Stephenson für eine Irak-Reportage in dem neuseeländischen Magazin "Metro".

Den Radio-Preis erhielt Alex Last von der BBC News für eine Analyse des Konflikts im Niger-Delta. In der Sparte TV siegte Neil Connery mit einer Simbabwe-Reportage für ITV. Als bester Fotograf wurde Jaaffar Ashtiyeh von AFP für eine Bildfolge aus dem Westjordanland geehrt. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Journalisten-Mahnmal in Bayeux.

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