EU kritisiert Repressionen gegenüber iranischen Medien

11. Oktober 2006, 12:52
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Teheran sieht demgegenüber die westliche Presse "unter der Kontrolle des Zionismus"

Teheran/Wien - Die westliche Presse befindet sich nach Einschätzung Teherans "unter einer in den letzten Jahren stetig gewachsenen Zensur und Kontrolle durch zionistische Kreise, die den Großteil der Massenmedien im Westen beherrschen." Das erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Seyyed Mohammad Ali Hoseini, laut amtlicher iranischer Nachrichtenagentur IRNA in einem am Samstag verbreiteten Kommunique.

Pressefreiheit im Rahmen der Gesetze

Darin wies Hosseini zugleich die von der finnischen EU-Ratspräsidentschaft geäußerte Kritik wegen der Verletzung der Pressefreiheit im Iran zurück. Der Iran unterstütze stets "die Freiheit der Presse und der journalistischen Aktivitäten im Rahmen der Gesetze und klarer, spezifischer Normen". Die Verbreitung von Publikationen und Medien in der Islamischen Republik sei weiterhin "frei". Die westlichen Medien hingegen seien bestrebt, die "Andersdenkenden und Muslime zu schwächen" und würden in zunehmendem Maße nicht mehr über die "Realität" berichten.

Hoseini verwies zugleich auf die von europäischen Zeitungen veröffentlichten "beleidigenden" Karikaturen des Propheten Mohammed, die den "Zorn der Muslime und Andersdenkenden in der Welt" erregt hätten. Die Regierungen dieser Länder hätten jedoch trotz der Proteste nicht das Geringste gegen eine Presse unternommen, die das Gesetz verletzt und Gotteslästerung begangen habe. Anstatt andere Länder zu kritisieren, sollten die EU-Staaten ihre Gesetze an jene Werte anpassen, die anderen Nationen heilig seien. Andersdenkenden und Muslimen müsse mehr Platz in den europäischen Medien eingeräumt und der Einfluss der "zionistischen Mediengiganten" zurückgedrängt werden.

Die finnische EU-Ratspräsidentschaft hatte am Donnerstag die Schließung mehrerer Zeitungen im Iran, darunter des führenden reformorientierten Blattes "Shark", verurteilt. Zudem zeigte sie sich "ernsthaft besorgt über die anhaltende Schikanierung von Journalisten". (APA)

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