Zwei deutsche Journalisten von Unbekannten erschossen

20. Oktober 2006, 07:38
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Mann und Frau arbeiteten für "Deutsche Welle" und waren für eine Dokumentation in nördlichen Provinzen unterwegs

Kabul/Berlin - Im Norden Afghanistans sind zwei deutsche Journalisten von Unbekannten erschossen worden. Bei den Getöteten handelt es sich um die 30-jährige Karen Fischer und den 38-jährigen Christian Struwe.

Ein Sprecher des Senders "Deutsche Welle" sagte, Fischer habe als Journalisten in der Vergangenheit wiederholt Beiträge für das Programm der Deutschen Welle recherchiert, Struwe sei als Techniker tätig gewesen. Die jüngste Reise, bei der sie im Norden Afghanistans unterwegs waren, erfolgte nach den Angaben des DW-Sprechers nicht im Auftrag des deutschen Auslandssenders.

Der Vorfall ereignete sich den afghanischen Angaben zufolge in der Nacht zum Samstag, als die beiden Journalisten unterwegs in die zentralafghanische Provinz Bamijan waren. "Unbekannte Aufständische haben ihr Fahrzeug mit Kugeln regelrecht durchsiebt", sagte Sicherheitschef Haschimi.

Steinmeier empört

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Mord an den beiden Journalisten aus Berlin und Köln aufs Schärfste. "Dieses schreckliche Verbrechen muss aufgeklärt, die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden", hieß es in einer Erklärung. Der Vorfall bestärke die Bundesregierung in der Verpflichtung, die afghanische Regierung in ihrem Einsatz für Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen. Wer hinter dem Angriff auf die beiden Journalisten steckte, war zunächst unklar.

Seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban Ende 2001 kommt es in Afghanistan nicht nur zu Anschlägen gegen ausländische Soldaten, sondern immer wieder auch zu Angriffen auf Zivilisten. In diesem Jahr hat die Gewalt in Afghanistan massiv zugenommen und ist so intensiv wie nie zuvor seit dem Ende des Taliban-Regimes. Dabei ist es allerdings im Norden, wo auch die Bundeswehr im Rahmen der internationalen Schutztruppe Isaf stationiert ist, verhältnismäßig ruhig. Die Hochburgen der aufständischen Extremisten liegen im Süden und Osten des Landes. (APA/Reuters)

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