Brandrodungen in Indonesien: In Singapur wird die Atemluft knapp

11. Oktober 2006, 19:46
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Auch extreme Luftverschmutzung in Indonesien selbst - 506 Brandherde -Südwestwinde sorgten für Verbreitung

Singapur/Jakarta - Im asiatischen Stadtstaat Singapur ist die Qualität der Atemluft durch indonesische Brandrodungen am Samstag als "sehr ungesund" eingestuft worden. "Die Leute sollten nicht ins Freie gehen", sagte ein Sprecher der nationalen Umweltorganisation (NEA). Einwohner mit Herzproblemen oder Atembeschwerden sollten Anstrengungen und generell Aktivitäten im Freien vermeiden. Gegen Abend nahm die Luftverschmutzung wieder ab.

Kindergärten behielten die Kleinen am Samstag in den Räumen, ließen die Fenster geschlossen und schalteten die Klimaanlage an. "Ich konnte kaum atmen, als ich heute Morgen anfing zu arbeiten", sagte ein 44-jähriger Taxifahrer. "Aber was soll ich machen, ich muss fahren."

Südwestwinde trugen seit Tagen dicken Rauch von meist illegalen Brandrodungen von verschiedenen indonesischen Inseln wie zum Beispiel Sumatra nach Singapur und Malaysia. Der Rauch trieb auch über die Malakka Straße hinweg, einen der meist befahrenen Schifffahrtswege der Region.

Atemprobleme

Auch Indonesien selbst ist von der extremen Luftverschmutzung betroffen, am schlimmsten in der Region Kalimantan. Dort wurden Schulen geschlossen. Zahlreiche Einwohner mussten wegen Atemproblemen oder Kopfschmerzen behandelt werden. Autofahrer klagten über Behinderungen durch schlechte Sichtverhältnisse.

Satelliten-Fotos zeigten 506 verschiedene Feuer. Die Gewohnheit der indonesischen Bauern, die ihre Felder in der trockenen Saison mit Brandrodungen auf die neuen Pflanzungen vorbereiten, wurde zwar 1999 verboten. Doch viele Bauern nehmen lieber Strafen in Kauf, als ihre Praxis zu ändern. In diesem Jahr wurden mehrere Dutzend Bauern festgenommen.

Regenzeit

Hunderte von Feuerwehrleuten, unterstützt von der Polizei und freiwilligen Helfern kämpften am Samstag gegen die Flammen. Spätestens Mitte des Monats ist das Problem nach Angaben der NEA gelöst. Denn dann beginnt die Regenzeit.

Der Index der Luftverschmutzung wurde am Samstag in Singapur mit 130 am Morgen und 115 gegen Mittag angegeben. Gegen Abend sank er auf moderate 98. In der am schlimmsten vom Rauch betroffenen Region in Malaysia wurden sogar Werte von 221 gemessen. Als ungesund gelten Werte über 100, bei 50 und niedriger ist die Atemluft gut. Der höchste Grad von Verschmutzung war 1997 mit 226 Punkten gemessen worden. Damals gab es nicht nur eine ernsthafte Gesundheitskrise in der Region. Es gab auch einen wirtschaftlichen Einbruch, weil die Touristen wegblieben. (APA)

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    Provinz Riau in Indonesien: Die Sonne wird durch den dicken Rauch verdunkelt.

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    Vorschulkinder in Malaysien.

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