Regierung und ETA angeblich zu Geheimgesprächen in Oslo

16. Oktober 2006, 08:46
posten

Formel "Waffen für Gefangene" Verhandlungsgrundlage

Madrid - Die spanische Regierung und die baskische Untergrundorganisation ETA haben nach einem Zeitungsbericht Geheimgespräche in Oslo geführt. Wie die Madrider Zeitung "ABC" am Samstag berichtete, trafen sich Unterhändler beider Seiten in der norwegischen Hauptstadt, um die Aufnahme offizieller Verhandlungen vorzubereiten.

Das Ziel der geplanten Verhandlungen soll die Beendigung des Terrors im Baskenland sein. Nach Angaben der Zeitung soll dabei die Formel "Waffen für Gefangene" die Grundlage des Friedensprozesses bilden. Dies würde bedeuten, dass auf der einen Seite die ETA die Strategie des Terrors definitiv aufgibt und die Waffen niederlegt und auf der anderen Seite die Regierung inhaftierte ETA-Terroristen in einem abgestuften Prozess freilässt.

Die ETA hatte vor gut einem halben Jahr eine "dauerhafte Waffenruhe" erklärt. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero holte sich daraufhin vom Parlament die Zustimmung ein, mit der Separatistenorganisation zu verhandeln. Er will der ETA dabei keine politische Zugeständnisse machen. Der Verband der Terroropfer und die konservative Volkspartei (PP) sind gegen Verhandlungen mit der ETA. Bei Anschlägen der ETA waren seit 1968 über 800 Menschen getötet worden. (APA/dpa)

Share if you care.