Japan: Atomtest Bedrohung des Weltfriedens

9. Oktober 2006, 06:47
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Tokio will auf scharfe UNO-Sanktionen drängen - Südkorea begrüßt UNO-Erklärung

Seoul - Japan will im UNO-Sicherheitsrat auf scharfe Sanktionen gegen Nordkorea drängen, falls die Regierung in Pjöngjang der internationalen Forderung nach einem Verzicht auf einen Atomwaffentest nicht nachkommen sollte. Das japanische Außenministerium sprach am Samstag von einer "ernsten Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in Nordostasien und der Welt".

Sollte Nordkorea den Test durchführen, müsse der Sicherheitsrat eine Resolution mit "schweren Strafmaßnahmen" verabschieden, verlangte die Regierung in Tokio. Auch Südkorea warnte, die Führung in Pjöngjang werde für die Folgen eines Atomtests zur Verantwortung gezogen. Ein solcher Test würde Nordkorea in keiner Weise helfen, erklärte das Außenministerium in Seoul.

Boykott der Sechsergespräche

Der UNO-Sicherheitsrat hatte Nordkorea am Freitag zum bedingungslosen Verzicht auf den Atomwaffentest und eine Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über einen Stopp des Atomwaffenprogramms verlangt. Diese Verhandlungen boykottiert Nordkorea seit einem Jahr. Von Sanktionen war in dem Text nicht die Rede. In südkoreanischen Medien wurde spekuliert, der angekündigte Test könnte am kommenden Sonntag durchgeführt werden, dem Jahrestag von Kim Jong Ils Ernennung zum Parteichef 1997.

Südkorea begrüßt UNO-Erklärung

Südkorea hat die Erklärung des UNO-Sicherheitsrates begrüßt, in der dieser Nordkorea zum Verzicht auf Atomwaffentests auffordert. Nordkorea müsse unverzüglich und ohne Vorbedingungen zu den Sechser-Gesprächen mit den USA, China, Japan, Südkorea und Russland zurückkehren, erklärte das Außenministerium in Seoul am Samstag. Die kommunistische Führung in Pjöngjang müsse sich darüber im Klaren sein, dass sie bei einem Festhalten an dem angedrohten Atomwaffentest voll für diesen verantwortlich gemacht werde.

Südkorea will seinen Nordkorea-Beauftragten Chun Yung Woo am Montag nach Peking entsenden, wie ein Mitarbeiter des Außenministeriums sagte. Dort solle er über weitere Wege diskutieren, Nordkorea von seinem Vorhaben abzubringen. (APA)

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