Ärger um Rehakles köchelt weiter

8. Oktober 2006, 00:13
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Griechenlands Sportjournalisten bestehen auf ihrem Recht den Teamchef zu kritisieren - Vorwürfe wegen personeller Entscheidungen waren beim Deutschen schlecht angekommen

Athen - Der Krach zwischen Griechenlands Sportjournalisten und Europameister-Trainer Otto Rehhagel weitet sich aus. Ganz offiziell rief der Verband der griechischen Sportjournalisten (PSAT) "König Otto" am Freitag dazu auf, seine Beschuldigungen zurück zu nehmen. Rehhagel hatte tags zuvor behauptet, die Journalisten schafften eine negative Stimmung, indem sie ihn kritisieren.

"Wir werden nie auf unser Recht verzichten, zu jeder Zeit zu kritisieren. Das ist unsere Pflicht", hieß es in einer PSAT-Erklärung. Für das Athener Sportblatt "Sportime" ist der Riss schon jetzt nicht mehr zu kitten. "Eine Scheidung Rehhagel - griechischer Fußball ist damit programmiert. Fortsetzung am Samstag", schrieb die Zeitung im Vorgriff auf das EM-Qualifikationsspiel am Samstag (20:30) in Piräus gegen Norwegen.

Andere Teile der griechischen Presse nahmen den Deutschen dagegen in Schutz. "Otto Rehhagel hat Recht. Es kann doch nicht sein, dass jeder Sportjournalist die Mannschaft-Aufstellung diktiert", meinte die angesehene Zeitung "To Vima". Der Fehler Rehhagels sei lediglich, dass er grundsätzlich den Journalisten nicht vertraue und daher die lokale Presse nicht richtig über seine Entscheidungen informiere. Statt zu antworten habe er "rumgeschrien", das war sein Fehler meinte "To Vima" weiter.

Wortgefechte

Am Vortag war es während einer Pressekonferenz zu heftigen Wortgefechten zwischen Rehhagel und einigen Sportjournalisten gekommen. Sie hatten den Fußball-Lehrer wegen angeblicher personeller Fehlentscheidungen wiederholt kritisiert. "Wollt Ihr die Leute einladen oder soll ich es tun. Ihr schafft eine negative Stimmung. Ich will nicht diskutieren. Ich trage die Verantwortung. Ich lade die Leute ein und dabei bleibt's", hatte Rehakles den Journalisten sichtlich erregt zugerufen.

Ein großer Teil der griechischen Sportpresse hatte dem Trainer vorgeworfen, nicht zu wissen, in welchem gesundheitlichen Zustand die Spieler sind, die er in die Elf des Europameisters beruft. Der altgediente Michalis Kapsis etwa erholt sich nach einer Verletzung jedoch gerade und kann nach Angaben seines Klubs Olympiakos Piräus am Samstag nicht spielen. Trotzdem steht er in Rehhagels Kader. Der sagte, Kapsis habe ihm in einem Gespräch die Bereitschaft zum Spielen versichert. Zudem lässt sich der Teamchef nach Ansicht der Sport-Presse von Co-Trainer Ioannis Topalidis beeinflussen. Darüber hinaus übersetze Topalidis immer wieder falsch, meinte ein der deutschen Sprache mächtiger griechischer Journalist. Der griechische Fußballverband (HFF) entzog ihm daraufhin die Akkreditierung. (APA/dpa)

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