Internationale Gewerkschafter tagen in Wien

25. Oktober 2006, 17:01
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Am 1. November wird die neue "International Trade Unions Confederation" gegründet

Wien - Anfang November steht in Wien ein "historischer Kongress" für die Gewerkschaftsbewegung an. Am 1. des Monats wird nämlich hier zu Lande der neue Internationale Bund der Gewerkschaften ("International Trade Unions Confederation") gegründet. Die beiden bisher bestehenden internationalen Vereinigungen, die ICFTU (International Confederation of Free Trade Unions) und den Weltverband der Arbeitnehmer (WVA), werden einen Tag zuvor feierlich aufgelöst. Die Mitgliedsorganisationen beider gehen im neuen Bund auf.

Tim Noonan, australischer Gewerkschafter und Kommunikationsdirektor des ICFTU, war zwecks Vorbereitung des Riesenereignisses am Donnerstagabend auf Einladung des ÖGB in Wien. Laut seinen Aussagen werde der neue Bund 158 Millionen Gewerkschaftsmitglieder in mehr als 150 Staaten repräsentieren (die staatlichen chinesischen Gewerkschaften werden nicht eingeladen, dem neuen Bund beizutreten).

1500 Delegierte im Messezentrum

Der Grund für den Neustart sei, dass man Organisationen wie WTO, Weltbank, IWF sowie den multinationalen Unternehmen geeint gegenüber treten will, um den "falschen und unausgeglichenen Weg der Globalisierung" zu korrigieren. Die Globalisierung der Wirtschaft per se will Noonan dabei ausdrücklich nicht in Frage stellen, "denn diese schafft Arbeitsplätze". Man will nur erreichen, dass bei den Arbeitsbedingungen "nicht der kleinste gemeinsame Nenner" gilt, sondern man müsse Arbeitnehmern weltweit fundamentale Rechte zugesichert werden: "Das Recht, sich zu organisieren, zu Kollektivvertragsverhandlungen, Schutz gegen Diskriminierung, Zwangsarbeit und Kinderarbeit."

In Wien werden 1500 Delegierte im Messezentrum erwartet. Um den Realitäten der Arbeitswelt zu entsprechen, werde die Hälfte der Teilnehmer weiblich sein. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.10.2006)

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