Französische Regierung übt Druck aus

25. Oktober 2006, 18:54
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Douste-Blazy: A350 soll in Toulouse gebaut werden - 2.000 Menschen in Frankreich von drohendem Jobabbau betroffen

Toulouse - Die französische Regierung drängt Airbus, die Flugzeugproduktion in Toulouse und an den anderen drei Standorten im Land trotz der Krise auszubauen. Er habe Airbus-Chef Christian Streiff deutlich gemacht, dass der A350 in Toulouse gebaut werden müsse, sagte Philippe Douste-Blazy, Außenminister und Präsident des Großraums Grand Toulouse, am Freitag. "Ich werde alles dafür tun, damit sich die Werke entwickeln können."

Douste-Blazy hatte sich zuvor mit dem Chef von Airbus-Frankreich, Jean-Marc Thomas, getroffen. Grundsätzlich zeigte er sich im Anschluss zuversichtlich über die Zukunft des Flugzeugbauers: "Mit 420 Auslieferungen in diesem Jahr und 450 im kommenden muss man die 'Katastrophe' relativieren", sagte er.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS hatte am Dienstag ein drastisches Sparprogramm von 5 Mrd. Euro bis 2010 beschlossen, das nur mit einem Arbeitsplatzabbau zu erreichen ist. Man sei aber noch nicht so weit, Zahlen nennen zu können, sagte der Präsident des Großraums Toulouse.

Nach Gewerkschaftsangaben sind in Frankreich 2.000 Menschen betroffen, davon 1.000 Beschäftigte bei Subunternehmern. "Wir werden die Arbeitnehmer alarmieren und uns gemeinsam gegen die geplanten Maßnahmen stellen", sagte Xavier Petrachi von der Gewerkschaft CGT. EADS habe im ersten Semester 1 Mrd. Euro Gewinn erzielt. "Trotzdem Entlassungen anzukündigen, das ist ungerecht." (APA/AP)

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