Huber zieht Anzeigen-Boykott zurück

25. Oktober 2006, 14:14
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ÖBB-Chef im "Extradienst": "Bin über Nacht klüger geworden"

Wien - ÖBB-Holding-Vorstand Martin Huber hat seinen Anzeigen-Boykott gegen vier führende heimische Tageszeitungen wieder zurückgezogen. Es sei ein Fehler gewesen, den Zeitungen die Anzeigen zu entziehen, wird Huber in der neuen Ausgabe des Medienfachmagazins "Extradienst" zitiert. Er sei (wie seinerzeit der deutsche Kanzler Konrad Adenauer) "über Nacht klüger geworden", so Huber demnach in dem Interview.

Der Anzeigen-Boykott des ÖBB-Chefs gegen den STANDARD, "Die Presse", die "Salzburger Nachrichten" und das "WirtschaftsBlatt" hatte im August für große Aufregung gesorgt. Huber begründete den Inserate-Bann damals mit "Kritik an der Qualität der Berichterstattung" im Zusammenhang mit einem Streit zwischen Huber und ÖBB-Personenverkehrschefin Wilhelmine Goldmann. Die ÖBB hatten sich damals damit gerechtfertigt, nicht in einem negativen Anzeigenumfeld inserieren zu wollen.

STANDARD-Chefredakteur Gerfried Sperl hatte daraufhin damals erklärt, dass er solche Reaktionen "nur aus Putins Russland" kenne und Huber vorgeworfen, wie der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom zu agieren. Auch die anderen Redaktionen hatten sich von der Sanktion unbeeindruckt gezeigt. PR-Experten nannten die Aktion Hubers überdies ein "klassisches Eigentor". (APA/red)

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