MAN will auf Scania zugehen

9. Oktober 2006, 14:47
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Deutsche bieten nun "freundschaftliche Verhandlungen" an, die Schweden reagieren jedoch abweisend

München/Stockholm - Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat dem schwedischen Lkw-Bauer Scania freundschaftliche Verhandlungen über die angestrebte Übernahme angeboten. "Wir haben Scania zu offenen Verhandlungen eingeladen", sagte ein MAN-Sprecher am Freitag in München.

Die Schweden reagierten allerdings abweisend auf das Angebot des deutschen Konkurrenten. Unternehmenssprecherin Cecilia Edström sagte am Freitag in Stockholm der dpa: "Wir haben die Einladung zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig liegt weiter das feindliche Übernahmeangebot auf dem Tisch. Insofern hat sich die Lage nicht geändert."

Erstes Angebot als "feindlich" eingestuft

Das erste Übernahmeangebot von MAN über etwa 9,6 Mrd. Euro hatten sowohl VW als größter Scania-Eigner wie auch der zweitgrößte Scania-Aktionär Investor AB aus Schweden abgelehnt und als feindlich eingestuft. Nach dem Einstieg von Volkswagen mit 15 Prozent der Anteile bei MAN in dieser Woche hat sich die schwedische Seite offiziell völlig in Schweigen gehüllt. In Stockholmer Medienberichten wurde spekuliert, es werde ein höheres Angebot von MAN erwartet. Aber auch ein Gegenangebot von Scania zur Übernahme der Münchner wurde nicht ausgeschlossen.

In Branchenkreisen hieß es, MAN wolle mit der Einladung auf Scania zugehen. In den Verhandlungen könne es auch um die von VW-Chef Bernd Pischetsrieder angeregte Dreier-Allianz zwischen MAN, Scania und Volkswagen gehen. VW ist mit 18,7 Prozent des Kapitals und 34 Prozent der Stimmrechte größter Einzelaktionär bei Scania.

Vorerst keine offizielle Stellungnahme

Am Mittwoch hatten die Wolfsburger überraschend mitgeteilt, rund 15 Prozent an MAN übernommen zu haben. Zugleich hatte VW erneut für ein Zusammengehen von MAN und Scania unter Einschluss der brasilianischen Lkw-Sparte von VW geworben.

Aus der Scania-Zentrale in Södertälje verlautete, dass vor der Veröffentlichung der Zwischenbilanz nach dem dritten Quartal am 16. Oktober keine offizielle Stellungnahme im Übernahmepoker zu erwarten sei. Die Veröffentlichung dieser Bilanz war unter Hinweis auf das massive öffentliche Interesse am Tauziehen mit MAN um knapp zwei Wochen vorgezogen worden. (APA/dpa)

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