Historischer Nuklear-Unfall weit gravierender als Three Mile Island

8. Oktober 2006, 19:30
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1959 wurde bei Kernschmelze in einem Forschungslabor nahe Los Angeles Radioaktivität freigesetzt - die mögliche Ursache für 260 Krebsfälle

Los Angeles - Ein Unfall in einem Atomreaktor im Jahr 1959 könnte einer neuen Studie zufolge die Ursache für hunderte Fälle von Krebserkrankungen in Kalifornien gewesen sein. In einem nun veröffentlichten unabhängigen Untersuchungsbericht heißt es, wahrscheinlich sei die damals in einem Forschungslabor nahe Los Angeles freigesetzte Radioaktivität für rund 260 Krebsfälle verantwortlich.

Bei der Kernschmelze sei fast 459 Mal so viel Strahlung frei geworden wie bei dem Störfall von Three Mile Island im Jahr 1979. Der frühere Besitzer des Santa Susana Field Laboratory, das Unternehmen Rocketdyne, hatte stets erklärt, bei dem Unfall sei keine Radioaktivität in erheblichem Ausmaß frei geworden. Ein 11,5 Quadratkilometer großes Areal rund 30 Kilometer nordwestlich von Los Angeles wurde seit den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts vier Jahrzehnte lang Atomforschungen genutzt. Auch Raketentriebwerke wurden dort getestet.

Der heutige Besitzer des Geländes, Boeing, erklärte, das Gebiet sei heute sicher. Drei frühere Untersuchungen hätten keine Hinweise auf erhöhte Krebsraten gefunden, sagte ein Sprecher. (APA/AP)

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