Kein Staatsempfang für den Papst auf dem Flughafen von Ankara

16. Oktober 2006, 16:20
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Begrüßung im Präsidentenpalast - Begegnung mit Premier Erdogan nicht geplant

Rom - Anders als bei Papst Johannes Paul II. wird es für Benedikt XVI. bei seiner Türkei-Reise im November keine große Willkommenszeremonie am Flughafen geben. Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer werde ihn stattdessen im Präsidentenpalast in Ankara begrüßen, teilte die türkische Botschaft beim Heiligen Stuhl am Freitag auf Anfrage der Kathpress mit.

Diese Regelung entspreche den seit Jahrzehnten praktizierten protokollarischen Gepflogenheiten des Landes bei Besuchen von Staatsoberhäuptern, hieß es. Johannes Paul II. war bei seinem Besuch 1979 hingegen direkt bei der Ankunft auf dem Flughafen Ankara von den politischen Spitzen des Staates und mit Salutschüssen empfangen worden.

Kein Treffen mit Erdogan geplant

Für das aufwändige militärische Zeremoniell biete der Flughafen keinen angemessenen Rahmen, erklärte die Botschaft. Es werde lediglich ein roter Teppich ausgerollt. Eine Begegnung des Papstes mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sei nach derzeitigem Stand nicht geplant. Der Regierungschef will Ende November am NATO-Gipfel im lettischen Riga teilnehmen.

Nach dem von türkischen Medien verbreiteten, noch inoffiziellen Programm wird Benedikt XVI. am 28. November zunächst nach Ankara fliegen und dort mit dem türkischen Staatspräsidenten zusammentreffen. Am folgenden Tag sei der Weiterflug nach Izmir geplant, wo der Papst das Marienheiligtum Meryem-Ana Evi ("Haus Mariens") in Efes (Ephesos) besuchen werde.

Am 30. November werde der Papst den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. an dessen Amtssitz in Istanbul aufsuchen und am Fest des Apostels Andreas teilnehmen. Weiter seien Begegnungen mit katholischen, chaldäischen, armenischen, jüdischen und muslimischen Repräsentanten vorgesehen. Am 1. Dezember soll der Papst wieder nach Rom zurückkehren. (APA)

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