Erfolgreicher Gentherapie-Versuch gegen Erblindung

8. Oktober 2006, 18:00
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Methode erwies sich bei Hunden als wirksam - Einsatz bei Auftreten einer Leberschen kongenitalen Amaurose

Paris - Eine an Hunden erfolgreich getestete Gentherapie nährt die Hoffnung auf die Heilung erblindeter Kinder. Hunde, die wegen der angeborenen Krankheit Lebersche kongenitale Amaurose ihre Sehfähigkeit verloren hatten, seien größtenteils durch die neue Methode geheilt worden, berichteten französische Forscher in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift "Gene Therapy".

Lediglich bei einem der acht Tiere, das bereits 30 Monate alt gewesen sei, habe die Therapie nicht angeschlagen. Die Wissenschafter folgern daraus, dass die Krankheit für eine erfolgreiche Behandlung noch nicht zu weit fortgeschritten sein darf. In Industrieländern lassen sich zwischen zehn und 20 Prozent der Blindheitsfälle bei Kindern auf die Lebersche kongenitale Amaurose zurückführen.

Nächster Schritt: Tests an Kindern

Nach den Behandlungserfolgen bei den Hunden würden nun Tests an Kindern im Alter von acht bis 18 Jahren vorbereitet, teilte die Koordinatorin des Forschungsteams, Fabienne Rolling, mit. Bis zur ersten Behandlung von menschlichen Patienten würden jedoch vermutlich noch drei bis vier Jahre vergehen, sagte sie dem französischen Fernsehsender France 2.

Bei der Methode dient ein neu entwickeltes, unschädliches Virus als Träger, der nur an den beschädigten Netzhautzellen wirkt, wie die Forscher berichteten. Bei der Leberschen Amaurose kann ein entscheidendes Enzym zur Herstellung eines Pigments auf der Netzhaut nicht nachgebildet werden. Der Trägervirus transportiert daher ein Reperaturgen zur Netzhaut, das die Produktion des Enzyms wieder anlaufen lässt. (APA)

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