Bush-Drohung hier, Schwarzenegger-Kredit da

13. Oktober 2006, 14:11
2 Postings

Kalifornien auch bei Stammzellenforschung nicht auf US-Linie: Insgesamt umgerechnet 648 Millionen Euro für die Grundlagenforschung vorgesehen

Washington - Das "Kalifornische Institut für Regenerative Medizin" hat erstmals seine Pläne zur Stammzellforschung veröffentlicht. Umgerechnet 214 Millionen Euro sollen Universitäten zur Verfügung gestellt werden, die andere als die von der US-Regierung genehmigten Stammzelllinien verwenden. Insgesamt sollen umgerechnet 648 Millionen Euro in die Grundlagenforschung des ethisch umstrittenen Wissenschaftsbereichs fließen, wie das Zentrum in Los Angeles mitteilte. Zudem seien rund 700 Millionen Euro für die angewandte und vorklinische Forschung sowie 516 Millionen Euro für klinische Studien eingeplant.

Der Budget-Plan muss nun vom Aufsichtsrat des Instituts genehmigt werden. Ein großer Teil der Gelder stammt aus öffentlichen Mitteln des Bundesstaates Kalifornien, der eine von Washington unterschiedliche Linie in der Stammzellforschung vertritt.

Bush-Drohung und Schwarzenegger-Kredit

US-Präsident George W. Bush hatte im August 2001 verfügt, staatliche Fördergelder nur an Projekte mit bereits bestehenden 78 Stammzelllinien zu vergeben. Wegen ethischer Bedenken wird die Herstellung neuer Zellen, bei denen Embryonen zerstört werden, nicht gefördert. Vor kurzem hatte Bush ein Veto gegen eine Liberalisierung der US-Stammzellgesetzgebung eingelegt.

Die kalifornischen Wähler hatten in einer Volksabstimmung im Jahr 2004 für die Forschung mit embryonalen Stammzellen votiert und dem Institut umgerechnet 2,4 Milliarden Euro aus dem Landesetat zugesprochen. Gerichtsverfahren und Klagen von Gegnern der Stammzellforschung verhindern aber bisher die Auszahlung. Im Juli hatte Gouverneur Arnold Schwarzenegger dem Institut einen Kredit von umgerechnet 118 Millionen Euro gewährt. Damit konnte die Einrichtung ihre Arbeit aufnehmen. (APA)

Share if you care.