Haniyeh erlitt bei Rede Ohnmachtsanfall

9. Oktober 2006, 16:06
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Israelische Medien: Möglicherweise Hitze und Ramadan-Fasten für Kollaps des Palästinenser­premiers verantwortlich

Jerusalem/Gaza - Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Haniyeh ist am Freitag während einer Rede vor tausenden Anhängern seiner Hamas-Partei im Yarmuk-Stadion in Gaza-Stadt zusammengebrochen. Zunächst hatte er sich unwohl gefühlt, kurz hingesetzt und dann mit einer Mütze auf dem Kopf seine Rede fortgesetzt. Doch dann wurde er ohnmächtig und brach zusammen. Während er redete, fächelten ihm Gehilfen mit zerrissener Kartonpappe Luft zu.

In Gaza herrschte am Freitag Mittag mit 66 Prozent Luftfeuchtigkeit eine Hitze von 30 Grad. Nach Angaben des israelischen Informationsdienstes Ynet könne Haniyeh sich unwohl gefühlt haben, weil er seit den Morgenstunden wegen des Ramadan nichts trinken durfte. Obgleich die Ohnmacht von Haniyeh schon im israelischen Rundfunk und bei CNN gemeldet wurde, schwieg sich die palästinensische Nachrichtenagentur "Maan" über den Vorfall aus.

Nachdem er sich kurz erholt hatte und seine Rede zunächst weiterführte, sagte er nach Angaben von CNN: "Unser Körper mag schwach werden, nicht aber unser Geist."

Nach Angaben von "Maan" bezichtigte der Hamas-Premier interne und ausländische Kräfte einer "Belagerung" der Palästinenser. Die Sanktionen der USA bezeichnete er als "ungerecht und unfair". Er beschrieb weiter eine Rechtfertigung des harten Kurses der Hamas. Seine Organisation sei durch demokratische Wahlen an die Macht gekommen und die Regierung sei deshalb legitim.

"Sie werden uns ihre Positionen nicht aufzwingen können", sagte er und fügte hinzu: "Wir wurden aufgrund unserer Politik des Widerstandes gewählt, die wir dem palästinensischen Volk präsentiert haben. Wir kamen nicht mit Panzern oder mit einer Koalition mit Israel und den USA." Haniyeh äußerte so Kritik am Präsidenten Mahmoud Abbas (Abu Mazen) von der Fatah-Partei, der an den Osloer Verträgen mit Israel festhält und erst kürzlich die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice in Ramallah empfangen hatte.

Die Hamas hält weiter am Widerstand gegen Israel fest, letztlich mit dem Ziel, Israel zu zerstören und in ganz Palästina einen islamischen Staat zu errichten. (APA)

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