Blairs nukleare Träume bleiben nicht ungestört

13. Oktober 2006, 13:36
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Greenpeace hat rechtliche Schritte gegen geplanten Bau neuer Atomkraftwerke eingeleitet - möglicherweise wurden Gutachten missachtet

London - Greenpeace hat rechtliche Schritte gegen die Pläne der britischen Regierung für den Bau neuer Atomkraftwerke eingeleitet. Die Umweltschützer reichten am Donnerstag beim Obersten Gerichtshof in London Dokumente ein, die beweisen sollen, dass die Regierung in ihrem Entscheidungsprozess kritische Gutachten missachtet und öffentliche Beratungen unterlassen habe.

Die Regierung hatte im Juli beschlossen, die auslaufenden und veralteten Atomkraftwerke zu ersetzen. Sie bezeichnete dies als entscheidend im Kampf gegen die globale Erwärmung und in den Bemühungen, das Land unabhängiger von ausländischen Energielieferungen zu machen.

Neuprüfung

Die Umweltschützer lehnen Atomkraft als zu teuer und gefährlich ab. Greenpeace präsentierte nun zahlreiche Stellungnahmen von Unterstützern, die forderten, den von der Regierung eingeschlagen Kurs zu prüfen. Greenpeace hofft, dass das Gericht eine juristische Prüfung der Regierungspläne zulässt. Diese könnte Anfang kommenden Jahres beginnen. "Zumindest sollte dies die Regierungspläne für den Bau neuer Atomkraftwerke bremsen", sagte ein Greenpeace-Sprecherin.

Falls die Organisation Erfolg haben sollte, müsste die Regierung ihre Pläne einem neuen Prüfungsprozess unterziehen. Vom zuständigen Handels- und Energieministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die alte Generation scheidet dahin

Die Zeit drängt allerdings. Die britischen Atomkraftwerke liefern etwa 20 Prozent des britischen Stroms. Die meisten älteren Anlagen sollen allerdings innerhalb des nächsten Jahrzehnts abgeschaltet werden. Der letzte derzeit laufende Atommeiler soll 2025 geschlossen werden. Die Prüfungen für den im Juli veröffentlichten Plan hatten bereits Jahre gedauert. (APA/Reuters)

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