Rechtsstreit um Sony BMG verschärft sich

13. Oktober 2006, 08:25
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Bertelsmann und Sony legen Einspruch ein

Der Rechtsstreit um die Fusion zwischen Sony und BMG geht weiter. Die beiden Mutterkonzerne Bertelsmann und Sony haben Einspruch gegen ein Urteil des Europäischen Gerichts Erster Instanz eingelegt. Demnach wurde das Joint Venture zwischen den beiden Unternehmen rückwirkend aufgehoben, nachdem der Verband Unabhängiger Plattenfirmen Impala Klage eingereicht hatte. Laut Rechtsexperten sei die Entscheidung zum Einspruch seitens Sony und BMG nachvollziehbar, berichtet die FTD. Das Musikunternehmen Sony BMG selbst lässt derzeit keine offiziellen Stellungnahmen verlauten.

Kein Kommentar

"Wir können uns momentan überhaupt nicht dazu äußern", sagt Katja Neese, Unternehmenssprecherin von Sony BMG Deutschland, auf neuerliche Anfrage von pressetext. Es sei nicht abschätzbar, wie lange sich der Rechtsstreit hinziehen wird. Wie Bertelsmann mitteilte, haben die betroffenen Konzerne deshalb Widerspruch eingelegt, da die Entscheidung der EU-Kommission von 2004, grünes Licht für das Musik-Joint Venture zu geben, rechtlich und faktisch korrekt gewesen sei. Nach dem Urteil gegen die Fusion waren schnell die Vorbereitungen zur Wiederanmeldung bei der Europäischen Kommission angelaufen. Eine neue Prüfung kann jedoch monatelang dauern und sich besonders dann in die Länge ziehen, wenn die Kartellwächter Wettbewerbsprobleme feststellen.

Freigabe

Kartellrechtsexperten gehen dennoch davon aus, dass es auch beim zweiten Versuch zu einer Freigabe für das Joint Venture kommen wird. Zwar ist abzusehen, dass die Kommission aufgrund der Kritik an der ersten Entscheidung diesmal noch genauer vorgehen wird, die Bedingungen auf den Märkten haben sich jedoch im Vergleich zu 2004 nicht wesentlich geändert. Grundsätzlich hat der Rechtsstreit jedenfalls zu einer Verunsicherung in der gesamten Musikindustrie geführt. Nach Bekanntgabe des Urteils gegen Sony BMG hatten die Wettbewerber EMI und Warner Music ihre Kooperationsverhandlungen zunächst einmal aufgegeben. (pte)

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