Rolls-Royce legt Produktion von A380-Triebwerken auf Eis

25. Oktober 2006, 18:54
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Der britische Triebwerkhersteller setzt wegen der Verzögerungen beim Airbus A380 die Fertigung von Triebwerken auf etwa zwölf Monate aus

London - Der britische Triebwerkhersteller Rolls-Royce setzt wegen der Verzögerungen beim Airbus A380 die Fertigung von Triebwerken für das weltgrößte Passagierflugzeug für etwa zwölf Monate aus.

"Wir haben unseren Mitarbeitern die Entscheidung gestern mitgeteilt", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag. Das für den A380 angebotene Trent-900-Triebwerk von Rolls-Royce steuert einen kleineren Teil zum Jahresumsatz des Konzerns bei, der auch Triebwerke für andere Modelle von Airbus und den Konkurrenten Boeing liefert. Der Sprecher ergänzte, durch die Maßnahme werde es nicht zu einem Stellenabbau oder zu einer Änderung der Ergebnisprognose für das laufende Jahr kommen.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS hatte eine weitere Lieferverzögerung für den doppelstöckigen A380 um durchschnittlich ein Jahr bekannt gegeben. Der A380 wird mit Triebwerken von Rolls-Royce und der Engine Alliance angeboten, an der auch der deutsche Triebwerkhersteller MTU Aero Engines beteiligt ist.

Mit der Erstausrüstung von Flugzeugen mit Motoren verdienen die Hersteller wegen der hohen Investitionen in der Regel kein Geld, das später folgende Wartungs- und Instandsetzungsgeschäft gilt dafür als sehr lukrativ. Daher dürfte die Verzögerung beim A380 bei den Turbinenherstellern nur zu einer Verschiebung von Umsätzen führen. MTU Aero Engines hatte den daraus erwachsenden Umsatzeffekt auf 100 bis 120 Mio. Euro bis 2008 beziffert, die nun später verbucht würden. Mit einer Gewinnbelastung rechnet auch MTU nicht. (APA/Reuters)

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