Deutsche Industrie mit unerwartet vielen Aufträgen

19. Oktober 2006, 14:42
posten

Auftragseingänge steigen gegenüber Juli im August um 3,7 Prozent

Berlin - Die deutsche Industrie hat im August überraschend viele Neuaufträge erhalten.

Die Unternehmen verzeichneten saisonbereinigt 3,7 Prozent mehr Orders als im Juli, wie das deutsche Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Zudem wurde der Auftragseingang im Juli auf ein Plus von 2,1 von zunächst gemeldeten 1,8 Prozent revidiert.

"Die Aussichten für eine durch die Investitionsentwicklung getragene anhaltend dynamische Industriekonjunktur in den kommenden Monaten haben sich damit weiter verbessert", erklärte das Ministerium.

Analysten hatten für August im Schnitt einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Auch die optimistischste Schätzung der 47 befragten Experten lag nur bei plus 1,0 Prozent. Der HVB/Reuters-Indikator auf Grundlage der Daten aus Bayern und Nordrhein-Westfalen hatte ein Plus von 0,9 Prozent vorhergesagt.

Impulse

"Die maßgeblichen Impulse für die Zunahme der Bestelltätigkeit kamen zuletzt - wie bereits im Monat zuvor - wieder aus dem Bereich der Investitionsgüterproduzenten", erklärte das Ministerium. Die Hersteller von Investitionsgütern meldeten einen kräftigen Zuwachs der Bestelltätigkeit um 5,9 Prozent zum Vormonat. Das Ordervolumen bei den Konsumgüter- und Vorleistungsgüterproduzenten stieg jeweils um 1,4 Prozent.

Der Anstieg der Auftragseingänge speiste sich sowohl aus dem Inland mit einem Plus von 3,3 Prozent als auch erneut etwas stärker aus dem Ausland mit einem Plus von 4,0 Prozent.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen kann er von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zweimonatsvergleich August/Juli zu Juni/Mai legten die Bestellungen 4,3 Prozent zu. Die für das Wirtschaftsgeschehen besonders wichtigen Hersteller von Investitionsgütern verzeichneten dem Ministerium zufolge mit einem Plus von 7,3 Prozent den weitaus stärksten Zuwachs in dem Zweitmonatszeitraum. (APA/Reuters)

Share if you care.