Polizei hat "ausreichende Beweise gegen Katzav"

6. Oktober 2006, 12:18
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Insgesamt zehn Frauen erhoben Anschuldigen gegen Israelischen Präsident wegen sexueller Belästigung - Polizeisprecher: Anklage gerechtfertigt

Jerusalem - Bei ihren Ermittlungen gegen den israelischen Präsidenten Moshe Katzav wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung von Frauen hat die Polizei nach eigenen Angaben "ausreichend viele" Beweise für die Eröffnung eines formellen Verfahrens gesammelt. "Es gibt ausreichend Elemente, um eine Anklage zu rechtfertigen", sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Freitag in Jerusalem.

Der Untersuchungsbericht sei an den Staatsanwalt übergeben worden, der nun darüber entscheiden müsse, ob auch tatsächlich Klage erhoben wird. Die Zeitung "Maariv" berichtete, die Polizei empfehle eine Anklage-Erhebung in drei Fällen.

Zehn Frauen erhoben Anschuldigungen

Insgesamt hatten zehn Frauen Beschuldigungen gegen Katzav erhoben. Ihm wird vorgeworfen, Mitarbeiterinnen des Präsidialamtes zu sexuellen Beziehungen genötigt zu haben, indem er ihnen Kündigungen androhte. Einige Fälle sind allerdings inzwischen verjährt. "Maariv" berichtet zudem, es gebe nicht ausreichend belastendes Material für weitere Vorwürfe, die sich auf Machtmissbrauch und unerlaubtes Mithören von Telefonaten bezogen.

Katzav bestreitet die Vorwürfe. Er spricht von einem Komplott einer "Ganovenbande" und bezichtigte Medien einer Verleumdungskampagne. (APA/AFP)

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    Katzav sieht sich als Opfer einer "Verleumdungskampagne".
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