Italien braucht drei Punkte

7. Oktober 2006, 23:07
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Heimspiel gegen Ukraine, Frankreich in Schottland - Rooney wieder im Ein­satz - Für Spaniens Aragones zählt in Schweden nur Sieg

Wien - Mit unterschiedlichen Voraussetzungen gehen die WM-Finalisten in den ersten Teil der "Doppelrunde" der Fußball-EM-Qualifikation am Samstag. Während Vizeweltmeister Frankreich nach zwei Siegen bei einem Erfolg in Schottland vor der Tabellenführung steht, geht es für Titelträger Italien in Rom gegen die Ukraine um Alles oder Nichts. Neo-Teamchef Roberto Donadoni scheint bereits angezählt, bei einer weiteren Niederlage oder auch einem mageren Unentschieden wackelt sein Trainersessel.

Gruppe A: Im Spitzenspiel der Runde trifft der Tabellen-Zweite Serbien in Belgrad auf die Nummer drei, Belgien. Bei den Belgiern berief Teamchef Rene Vandereycken nach schwachen Leistungen gegen Kasachstan (0:0) und Armenien (1:0) wieder die Brüder Mbo und Emile Mpenza ein. Die Tabellenführung behaupten wird wohl Finnland, für die Skandinavier zählt bei Schlusslicht Armenien nur ein Sieg. Auch WM-Halbfinalist Portugal darf sich nach dem 1:1 zum Auftakt gegen Finnland zu Hause gegen Aserbaidschan berechtigte Hoffnungen auf den ersten Erfolg machen.

Gruppe B: Auf Tabellenführer Schottland wartet in Glasgow mit Frankreich die erste Bewährungsprobe, mit einem Sieg übernimmt der Vizeweltmeister die Tabellenführung. Bei den "Bleus" feierte Nicolas Anelka durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Saha und Govou ein Comeback, nach Streitigkeiten mit Teamchef Raymond Domenech stand der 27-Jährige zuletzt beim 1:2 gegen die Slowakei im März 2006 im Kader. Unterdessen gab Torhüter Fabien Barthez am Donnerstag das Ende seiner Karriere bekannt. Der 35-Jährige bestritt im WM-Finale sein letztes Spiel.

Bereits unter Siegzwang auf dem Weg zur EURO 2008 steht hingegen Weltmeister Italien. Nach einem mehr als dürftigem Start mit einem Punkt aus zwei Partien zählt für den bereits angezählten Neo-Teamchef Roberto Donadoni im Heimspiel gegen die Ukraine nur ein voller Erfolg. "Die ersten beiden Spiele waren schlecht, nun brauchen wir drei Punkte - wir müssen um jeden Preis gewinnen", meinte Stürmer Luca Toni. Vor der Neuauflage des WM-Viertelfinales 2006 (3:0 für Italien) muss die "Squadra Azzurra" jedoch auf Verteidiger Fabio Grosso (Oberschenkelverletzung) verzichten, bei den Osteuropäern ist mit Starstürmer Andrej Schewtschenko (Fieber) ebenfalls eine Stütze fraglich.

Gruppe C: Europameister Griechenland empfängt mit dem norwegischen Team den Leader der Gruppe. Nach dem mühevollen 1:0 in Moldawien zum Quali-Auftakt wird sich die Mannschaft von Teamchef Otto Rehhagel jedoch steigern müssen, will sie gegen die Skandinavier, die nach zwei Spielen beim Punktemaximum halten, gewinnen. Im Duell um Platz zwei trifft die Türkei in Budapest auf Ungarn, Moldawien empfängt Bosnien-Herzegowina.

Gruppe D: Die tschechische Elf darf auch ohne den verletzten Ex-Austrianer Libor Sionko vor dem Spiel gegen San Marino mit dem Sprung an die Spitze der Tabelle spekulieren, da Deutschland erst am Mittwoch im Einsatz ist. Rapid-Legionär Jozef Valachovic hofft mit dem slowakischen Team auf ein Erfolgserlebnis gegen die heimstarken Waliser, im Duell der bisher punktlosen Teams trifft Irland in Nikosia auf Zypern.

Gruppe E: Englands Teamchef Steve McClaren kann im Spiel gegen Mazedonien erstmals auf ManU-Stürmer Wayne Rooney bauen. Nach dem Absitzen seiner Zwei-Spiele-Sperre stellte der Neo-Teamchef dem 20-Jährigen im Old Trafford einen Fixplatz in Aussicht. "Rooney ist ein Weltklassespieler und kann zu jedem Zeitpunkt den Ausschlag geben. Er ist in meinem Team", meinte McClaren.

Peter Crouch, in drei Matches unter McClaren fünffacher Torschütze, outete sich inzwischen als seiner Meinung nach idealer Sturmpartner für Rooney. "Jedes Mal, wenn wir gemeinsam gespielt haben, habe ich es genossen. Er ist ein kreativer Spieler und das kann nur gut für mich sein", meinte der Liverpool-Akteur. Erste Siege auf dem Weg zur EURO 2008 peilen Russland und Kroatien an, die nach einem Remis im direkten Duell zum Auftakt auf Heimsiege gegen Israel bzw. Andorra hoffen dürfen.

Gruppe F: Nach dem peinlichen 2:3-Ausrutscher in Nordirland will die spanische Mannschaft ausgerechnet im Auswärtsspiel in Schweden die Fans versöhnen. "Wir müssen gewinnen, koste es, was es wolle. Ein Unentschieden ist nicht das Ende, aber auch kein gutes Resultat", meinte Teamchef Luis Aragones im spanischen Radio. "Es ist wichtig, dass wir kein Tor bekommen, vielleicht spielen wir auch etwas mehr auf Konter."

Für die bei der WM enttäuschenden Schweden, das Siege gegen Lettland (1:0) und Liechtenstein (3:1) feierte, werden die Iberer wohl erster Gradmesser sein. Coach Lagerbäck verzichtet weiterhin auf die wegen eines Nachtclub-Besuchs über den Zapfenstreich hinaus suspendierten Stars Zlatan Ibrahimovic, Olof Mellberg und Christian Wilhelmsson. Geheimfavorit Dänemark trifft in Kopenhagen auf Nordirland, Lettland bekommt es mit Island zu tun.

Gruppe G: Vom Streit um Bondscoach Marco Van Basten überschattet ist das Auswärtsspiel der Niederländer in Bulgarien. Obwohl die "Oranjes" ihre zwei Gruppenspiele gewonnen haben, herrscht vor der wichtigen Auswärtspartie gegen den von Hristo Stojtschkow betreuten unmittelbaren Verfolger nach den Rücktritten von Van Nistelrooy und Van Bommel dicke Luft im Team. Der Tabellendritte Rumänien empfängt Weißrussland, Slowenien trifft auf Luxemburg.(APA/Reuters/AFP)

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    Italien-Trainer Donadoni im Gespräch mit Filippo Inzaghi.

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