Markus Schopp plant längerfristig

16. Oktober 2006, 12:45
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In New York ist er hinter Ranger Thomas Pöck nur der zweite Österreicher, mit den Red Bulls will er trotzdem nicht nur ins Play-Off

New York - Major-League-Sport im "Big Apple" findet seit einigen Wochen mit zwei österreichischen Profis statt. Während der Kärntner Thomas Pöck mit dem Eishockey-Glamourklub New York Rangers den Madison Square Garden regelmäßig füllt, fristet der Steirer Markus Schopp als Fußballer der New York Red Bulls in Meadowlands ein bisschen ein Schattendasein. Verkehrte Welt jenseits des Atlantiks. Bereut hat Schopp den Schritt dennoch nicht. Im Gegenteil, der ehemalige Teamspieler, der beim Schwestern-Klub Red Bull Salzburg keine Perspektive mehr hatte, will seinen Vertrag in New York verlängern.

Schopp war Mitte September gekommen, um die amerikanischen "Roten Bullen" noch ins Playoff der Major League Soccer zu führen. Die Chancen sind intakt, ein Sieg zum Abschluss des Grunddurchgangs nächstes Wochenende zu Hause gegen die Kansas City Wizards würde der Mannschaft des ehemaligen US-Teamchefs Bruce Arena den Aufstieg bringen. Es soll nur der erste Schritt sein, Red Bull hat so wie bei den anderen Engagements Größeres vor.

Fußball-Stadion wird gebaut

Derzeit sind die Red Bulls in der Giants-Arena nur Junior-Partner der Football-Teams NY Giants und NY Jets, die das 81.000 Zuschauer fassende Stadion mit Kunstrasen im Gegensatz zu den Kickern auch füllen. Die Chancen, eigene Ideen umzusetzen, sind begrenzt. Allerdings baut das Mateschitz-Unternehmen mit Partner AEG um rund 100 Millionen Euro ein 25.000 Zuschauer fassendes Stadion mit Naturrasen, das 2008 fertig sein soll. Dann, so ist Schopp überzeugt, werden sich auch in New York mit den vielen europäischen Einwanderern die Fans mehr für Fußball interessieren.

Er selbst will dafür weiter Aufbauarbeit leisten. "Ich möchte da bleiben, es ist ein interessantes Projekt. Langfristig will ich fixer Bestandteil sein von einem Team, dass das Non-Plus-Ultra in der Liga sein wird. Fußballer gibt es hier sehr gute, das ist nicht der Unterschied, sondern Routine und Erfahrung aus Europa", erklärte Schopp.

Familie noch in Graz

Fragezeichen gibt es eigentlich nur eines: die Familie. Der 32-jährige Steirer ist vorerst alleine nach New York gekommen, hat Frau sowie die vierjährige Tochter und den neun Monate alten Sohn in der Heimat gelassen. "Sportlich habe ich mich super eingelebt. Aber ohne Familie geht das an die Substanz." Nächste Woche wird seine Frau nach New York kommen, da wollen sie gemeinsam die Zukunftspläne festlegen. Die Zeichen stehen auf Verlängerung.

Das würde auch Arena sehr begrüßen. "Markus bringt viel Erfahrung in die Liga, man hat nicht viele solcher Leute. Er hat eine super Einstellung, bringt Selbstvertrauen in die Mannschaft. Oft kommen ältere Spieler aus Europa, um die Karriere ausklingen zu lassen. Markus nicht", betonte der in den USA sehr hoch angesehene Trainer.

Arena-Besuch in Salzburg

Schopp soll ihm helfen, in den nächsten zwei, drei Jahren das beste Fußball-Team der Liga zu formen. Ob dafür auch eine Zusammenarbeit mit den Salzburgern beitragen wird, kann Arena derzeit noch nicht abschätzen. Bisher hatte er mit dem Schwestern-Klub nur per Fax Kontakt, nach der MLS-Saison, die im Herbst endet, will er nach Salzburg kommen und mit Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus reden. Arena könnte sich gut vorstellen, einige Spieler in Salzburg die Vorbereitung mitmachen zu lassen, gleichzeitig würde er Verstärkungen a la Schopp aus Österreich gerne annehmen.

Das Engagement von Red Bull sollte aber nicht nur dem Klub, sondern der gesamten Liga einen Schub geben, hofft er. Die Konstruktion zwischen Eigentümer/Sponsor, der Liga, die die Verträge abschließt und die Spieler bezahlt, und dem Klub ist einzigartig. "Red Bull kann seine Ideen einbringen und die ganze Liga konkurrenzfähiger machen. Hier ist Fußball noch nicht so ein Business wie in Europa, der Red-Bull-Einstieg kann nur positiv sein", meinte Arena.

Kein Kontakt zu Hickersberger

Vorerst steht aber noch der Kampf um den Playoff-Einzug im Vordergrund. Dafür wird auch Schopp wieder die Zähne zusammen beißen. Er hat derzeit Probleme mit einer Zehe, der veraltete Kunstrasen fördert die Regeneration nicht wirklich. Er wollte daher vergangenes Wochenende pausieren, sprang aber wieder ein, als er gefragt war. Für 90 Minuten hat Schopp, der sich dreieinhalb Monate alleine fit hielt, ohnehin noch nicht Kraft. Das soll 2007 kommen. Ob dann auch das Team wieder ein Thema sein könnte, darüber hielt sich Schopp zurück: "Ich erledige täglich meinen Job. Wenn was kommt, sage ich nicht, es interessiert mich nicht". Kontakt mit ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger gebe es derzeit ohnehin nicht.(APA)

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    Das Dress kennt er ja schon.

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