Salinen halbieren Vorstand - Nach Jozseffi geht auch Promberger

19. Oktober 2006, 12:57
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Großer wirtschaftlicher Druck verantwortlich für personelle Maßnahmen - Scharinger "mit allem einverstanden, was Kosten senkt"

Linz - Die Salinen Austria AG, die ihren Vorstand erst vor zwei Jahren erweitert hatte, hat diesen nun wieder halbiert: Nach Generaldirektor Thomas Joszeffi geht nun auch Vertriebschef Karl Promberger. Laut Medienberichten vom Freitag ist der große wirtschaftliche Druck dafür verantwortlich. Stefan Maix (Finanzen) und Ernst Gaisbauer (Technik) sind im Vorstand verblieben.

Rote Bilanz

Millionenpönalen, die die Salinen für nicht gelieferte Salzmengen zu zahlen haben, nannte das "WirtschaftsBlatt" als Grund für die Umstrukutierung. Zusammen mit den hohen Kosten für importiertes Salz würden sie für rote Zahlen in der Bilanz 2005/06 sorgen. Diese sei bisher nicht erstellt worden, weil mit zwei Ländern noch über die endgültige Höhe verhandelt werde.

Den Hintergrund der Aktion bildeten die seit Jahren immer schwieriger werdende Geschäftslage und ein erhöhter Personalwechsel im Mittelbau, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) am Freitag. Momentan, so sei aus der Saline zu hören, habe man auch Produktionsrückstände. Eine Beraterfirma sei im Haus, ein neuer Verkaufschef werde gesucht.

"Akuter Reformbedarf"

Hannes Androsch und die Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich sind mit jeweils 37,5 Prozent Haupteigentümer der Salinen. Androsch sieht genauso wie RLB-Generaldirektor Ludwig Scharinger laut OÖN "akuten Reformbedarf": "Wir stehen vor großen Restrukturierungsaufgaben. Es muss an allen Ecken gespart werden. Wir müssen die gestiegenen Kosten in den Preisen unterbringen." Scharinger: "Ich bin bei den Salinen mit allem einverstanden, was die Kosten senkt und die Effizienz steigert." Er sei auch davon überzeugt, dass ein Unternehmen mit 85 Mio. Euro Umsatz nicht unbedingt vier Vorstände brauche, so der RLB-Chef.

Angedeutete Sparmaßnahmen im Personalbereich wies der Zentralbetriebsrat Rainer Wimmer gegenüber der Zeitung klar zurück: "Das werden wir uns nicht gefallen lassen, da wird es Maßnahmen geben."

Verdoppelung des Strompreises

"Es wird kein Köpferollen geben", betonte Haupteigentümer Hannes Androsch auf die Restrukturierungsmaßnahmen bei den Salinen angesprochen. Ein genereller Mitarbeiterabbau sei nicht vorgesehen, im Einzelfall sei das aber "immer möglich". "Arbeitsplätze sind nur gesichert, wenn man Geld verdient und nicht verliert", sagte Androsch. Er wies darauf hin, dass der Personalstand in den vergangenen drei Jahren um zehn Prozent zugenommen habe.

Seit dem Jahr 2000 habe sich der Strompreis verdoppelt, die Kosten für den Transport und den Umweltschutz seien beträchtlich gestiegen. Die Salinen müssten sich von einem Produktionsbetrieb noch stärker hin zu einem Vertriebs- und Marketingunternehmen entwickeln, so Androsch. Dazu solle die Dienstleistungskette verlängert werden.

Man sei auf der Suche nach einem Verkaufschef, es sei nicht ausgeschlossen, dass dieser auch Vorstandsmitglied werde, berichtete Androsch. Die weiteren Entscheidungen werde der Aufsichtsrat Ende Oktober treffen. (APA)

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    Nach Generaldirektor Thomas Joszeffi (Bild) geht nun auch Vertriebschef Karl Promberger.

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