Hussein-Anwalt rechnet nach Todesurteil mit Welle der Gewalt

10. Oktober 2006, 16:27
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Ex-US-Justizminister Clark: Sunniten würden darin einen Racheakt der schiitischen Regierung sehen

Washington - Einer der Anwälte von Saddam Hussein rechnet nach einem möglichen Todesurteil gegen den ehemaligen irakischen Präsidenten mit einer neuen Welle der Gewalt. Die sunnitische Minderheit würde eine Hinrichtung als Racheakt der schiitisch dominierten und von den USA unterstützten Regierung sehen, erklärte Ramsey Clark am Donnerstag in Washington.

Die Folge wäre "katastrophale Gewalt", sagte der frühere US-Justizminister. Sie würde zu einem "Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, am Geburtsort der Zivilisation in Mesopotamien" führen: "Totales, vollkommenes Chaos".

Völkermord

Das Gericht in Bagdad hat die Urteilsverkündung gegen Saddam Hussein und seine Mitangeklagten im ersten Prozess verschoben. Ursprünglich sollte es am 16. Oktober bekannt gegeben werden, ein neuer Termin wurde bislang nicht genannt. Die Angeklagten mussten sich wegen eines Massakers in der Stadt Dujail nördlich von Bagdad verantworteten, wo 1982 mehr als 140 Schiiten getötet wurden.

Zudem steht der Ex-Machthaber wegen Völkermords derzeit erneut vor Gericht. Dabei geht es um die Ermordung zehntausender Kurden in den 80er Jahren. (APA/AP)

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