Sex-Skandal: Hastert lehnt Rücktritt ab

17. Oktober 2006, 16:29
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Repräsentantenhaus-Chef zwar "tief betrübt, habe aber nichts falsch gemacht"

Batavia - Der Präsident des US-Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, hat einen Rücktritt wegen der Affäre um Sex-Botschaften eines Abgeordneten an Minderjährige abgelehnt. "Ich bin tief betrübt darüber, dass das passiert ist", sagte der republikanische Politiker am Donnerstag mit Blick auf den Skandal um seinen Parteikollegen Mark Foley. Er selbst habe aber nichts falsch gemacht, fügte Hastert bei einer Pressekonferenz in seinem Heimatwahlkreis im US-Bundesstaat Illinois hinzu.

Massive Belastung für die Republikaner

Foley hatte SMS und E-Mails mit anstößigen Inhalten an Praktikanten des Kongresses verschickt. Er trat am Freitag vor einer Woche von seinem Abgeordnetensitz zurück. Kritiker warfen Hastert daraufhin vor, nicht früh genug gehandelt zu haben und forderten seinen Amtsverzicht.

Hastert räumte ein, dass die Republikaner mit der Situation "im Rückblick" besser hätten umgehen können. Er selbst und andere Republikaner hätten aber sofort gehandelt, als sie von den Vorwürfen gegen Foley erfahren hätten. Ein hochrangiger Berater der Republikaner hatte allerdings gesagt, Hasterts Stabschef habe bereits vor drei Jahren von dem Verhalten Foleys erfahren, und der Parlamentspräsident habe dies gewusst. Der Stabschef wies dies kategorisch zurück. Die Affäre stellt etwa vier Wochen vor den Kongresswahlen eine massive Belastung für die Republikaner da, die um ihre Mehrheit in beiden Kammern kämpfen. (APA/Reuters)

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