Millionen für die schnelle Erbgutanalyse

12. Oktober 2006, 19:24
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Aus Raumfahrt bekannte "X Prize Foundation" will Sequenziertechnik mit Preis und prominenten Gen-Spendern fördern

Washington - Mit einem Preisgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar (7,86 Mio. Euro) will eine US-Stiftung die Erforschung des menschlichen Erbguts vorantreiben. Das Geld soll für die Entwicklung einer Technologie ausgezahlt werden, welche die Entschlüsselung des Genoms von 100 Menschen innerhalb von zehn Tagen ermöglicht, teilte die US-Stiftung X Prize Foundations am Donnerstag mit.

Bisher seien Genom-Analysen teuer und aufwendig, hieß es zur Begründung. "Die rasche Erbgut-Entschlüsselung wird weithin als nächste große Errungenschaft der Forschung angesehen und wird es Ärzten möglich machen, die Anfälligkeit jedes einzelnen Menschen für Krankheiten zu bestimmen."

Promis

Der Preis solle dazu beitragen, eine "neue Ära der Präventivmedizin einzuleiten". Dadurch würden neue Forschungsrichtungen und Behandlungsmethoden ermöglicht, teilte die X Prize Foundation mit. Den Angaben zufolge arbeiten bereits drei Forscherteams daran, die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Indessen haben der britische Astrophysiker Stephen Hawking und der US-Fernsehstar Larry King im Rahmen dieses Projekts angeboten, ihr Erbgut entziffern zu lassen. Auch der Mitbegründer von Microsoft, Paul Allen, Finanzier Michael Milken und Larry Page von Google bieten ihre Gene zur Analyse an.

Die Stiftung hatte vor zwei Jahren Aufsehen erregt, als sie zehn Millionen Dollar Preisgeld für die Ermöglichung privater Reisen ins Weltall ausschrieb. Das Geld ging an den Erfinder Burt Rutan, der mit seinem Ein-Personen-Raumschiff SpaceShipOne zwei Menschen kurzzeitig ins All beförderte. Die Stiftung wird von der US-Unternehmerin Anousheh Ansari unterstützt, die im vergangenen Monat als erste Weltraumtouristin zur Internationalen Raumstation ISS flog. (APA)

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    Stephen Hawking

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    Larry King

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